Willkommen bei der heurigen Maimakterion/Posideon-Ausgabe (0831) des hellenistischen Newsletters. Wir
haben übrigens auch auf unserem Forum extra
Platz eingeräumt, damit Leser dort ihre Anregungen, Wünsche
und sonstigen Hinweise bezüglich des Newsletters unterbringen
können. Alle jenen, die Probleme mit der Darstellung haben sollten, bin ich auch gerne bereit den aktuellen Newsletter in Form eines .txt-Files zu senden. Meldet euch einfach via E-Mail bei der Redaktion! Inhaltsübersicht 1. Drei
Jahre Newsletter !
Information für alle Besucher, die mittels Suchmaschine o.ä.
zu diesem Newsletter gekommen sind ! |
Drei
Jahre Newsletter
von Sandra Mauler (Sassa)
Mit dieser Ausgabe beschließen wir das dritte Erscheinungsjahr unseres Newsletters. Es liegen einige wechselhafte Zeiten hinter uns und gerade zum sich nähernden Jahresende bietet es sich an, (wieder) einmal Bilanz zu ziehen. Mit einem einzigen Text über „Heliou Genethlion“ fing es an. Diesen könnt ihr übrigens unter „4. Heliou Genethlion – Ein hellenistisches Familienfest“ nachlesen. Daraus wurde ein regelmäßig erscheinender Newsletter, in dem wir, also überwiegend Akesios und ich, eine Vielzahl verschiedener Artikel zu vielen für Hellenisten interessanten Themen veröffentlichten. Mein
erstes Anliegen war vor allem über unseren Glauben und
dessen Ausübung zu informieren. Dies nahm solche Ausmaße
an, dass ich zuerst eine Homepage (KHAIRE-Hellenismos
in Österreich)
und später sogar eine weitere speziell für Fragen
der hellenistischen Kindererziehung dazu erstellte. Ich habe mich immer wieder damit getröstet, dass sich das schon irgendwann ändern würde, dass wir unseren Webprojekten einfach mehr Zeit geben müssten. Aber das Web ist kurzlebig, an der Zeit kann es also kaum liegen. Als besonders bezeichnend empfinde ich die Zahl der registrierten User auf unserem neuen Forum. Akesios hat Software und Server geändert, mit dem Ziel, dass das Forum auch „ergoogelt“ werden könnte. Das hat die Aktivität dort aber nicht wirklich erhöht, außer ihm, mir und einem Testuser haben wir gerade mal einen weiteren registrierten User. Da ist es kein Wunder, dass dort auch kaum Diskussionen in Gang kommen. Seit September gehöre ich nun zu den Studenten. Im Bestreben mein Studium ernsthaft zu betreiben und in einer sinnvollen Zeit abzuschließen, bleibt nebenbei kaum Zeit um einer nicht wachsen wollenden Community hinterher zu laufen. Möglicherweise ist es nach drei Jahren Anstrengungen nun wirklich an der Zeit diese aufzugeben. Da ich wie gesagt ohnehin keine Zeit und Energie dazu habe wird der Newsletter nun nicht mehr regelmäßig erscheinen. Dennoch wird der Newsletter nicht verschwinden. Wir werden nach wie vor Artikel schreiben zu Themen, die uns gerade beschäftigen und hie und da Rückblicke auf unsere Feste erstellen, welche dann in unregelmäßigen Abstände, einfach wann immer es sich ergibt, als Newsletter versandt werden. (Oktober 2008) |
Das
Gespräch mit dem Bischof
von Sandra Mauler
(Sassa)
Im Herbst war der hiesige Bischof im Kindergarten zu Gast. Da ich davon im Vorfeld nichts erfahren oder die möglicherweise vorhandene Information übersehen hatte, konnte ich unseren Sohn nicht auf die Begegnung mit einem solchen Vertreter der katholischen Kirche vorbereiten. Und wie mir schien, musste es sich sowieso um einen eher spontanen Besuch gehandelt haben, da auch im Kindergarten selbst kaum etwas vorbereitet wurde. Zumeist werden zu solchen Anlässen ja zumindest Gedichte und Lieder und sonstige kleine Aufführungen einstudiert. Wie mir nachher von der Kindergärtnerin berichtet wurde, verlief der Besuch aber dennoch sehr interessant und auch Kilian hatte keinerlei Kontaktschwierigkeiten. Als der Bischof sie nämlich in ihrer Gruppe besuchte und sich auch im Kreis der Kinder auf den Boden setzte, zeigte er sich zuerst einmal vor allem erstaunt und erkundigte sich verwundert „Das kannst du auch?“, akzeptierte ihn dann aber offensichtlich völlig problemlos. Zurückhaltend ist Kilian ja sowieso nicht besonders, so erklärte er ihm im nachfolgenden Gespräch über religiöse Themen (was ein Bischof ist und macht, welche „berühmte“, also heiligen Bischofe es gibt usw.) auch, dass wir zwar zuhause andere Götter haben, dass er aber an alle Götter glaubt, also auch an den vom Bischof. So bleibt Kilian immer noch ganz auf der Linie des Prinzips „Kindergartengott“, das wir bereits im Vorjahr festgestellt haben (siehe dazu: Der Kindergartengott und Ideen des Polytheismus). |
So
war's: Pyanopsia 2008
von Sandra Mauler
(Sassa)
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Da ich bereits im Vorjahr einen etwas umfangreicheren Artikel mit allgemeinen Informationen zu den Pyanopsia verfasst habe (nachzulesen in unserem Archiv: Pyanopsia – Ein Erntefest), hier einfach einige gesammelte Fotoimpressionen unseres familiären Festes. |
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Heliou
Genethlion – Ein hellenistisches Familienfest
von Sandra
Mauler (Sassa), 2006
| Wir Hellenisten feiern ein besonders ausgedehntes Weihnachtsfest. Mit seiner wechselnden Anzahl von Tagen ist „Heliou Genethlion“ ein großes Festival mit vielen Ritualen und Bräuchen, die individuell variieren können. Anlass stellt, wie der griechische Name schon vermuten lässt, die „Geburt“ der Sonne dar. Wenn es auch astronomisch nicht unbedingt stimmen mag, so bildet die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember als Sonnenwende das Kernfest. Mit der längsten Nacht endet das alte Jahr, begleitet von entsprechenden Ritualen und mit dem Aufgang der Sonne, welche von nun an jeden Tag ein wenig mehr scheint, beginnt das neue Jahr, welches mit den Feierlichkeiten ausführlich begrüßt wird. Es folgen Tage voller Festlichkeiten im Kreis der Familie, unter Freunden und mit Kollegen. Schlusspunkt des Festivals bildet praktischerweise der Jahreswechsel des gregorianischen Kalenders am 31. Dezember mit all den Bräuchen und Ritualen, die bei uns zur Tradition gehören. Im Folgenden
möchte ich etwas näher ins Detail gehen und
diverse Abläufe des Festes erläutern, wie sie in unserer
Familie üblich sind. Andere Varianten haben natürlich ebenso
ihre Berechtigung und sind weder besser noch schlechter als unsere
Art „Heliou Genethlion“ zu begehen. |
sönliche Geschmack über Gestalt und Aussehen des Baumes. Unserer zeichnet sich durch seinen besonders bunten und fröhlichen Schmuck aus und wird von einem goldenen Strahlenstern als Sonnen-symbol gekrönt. Außerdem eignet sich diese wie auch die folgenden Nächte besonders zum Losen (tirolerisch für wörtl. „hören“ bzw. „horchen“). Mit verschiedensten Methoden kann man versuchen in die Zukunft zu schauen bzw. zu hören. Botschaften und Hinweise der Götter werden aufgenommen und gedeutet. Was bringt uns das kommende Jahr? Wird es uns gut ergehen? Stehen besondere Aufgaben und Problematiken bevor? Altes regionales Brauchtum lässt sich hier mit Orakeltechniken der antiken Welt verbinden. Vor
Sonnenaufgang finden sich alle Familienmit-glieder (auch wenn sie
die Nacht nicht durchwacht haben) am Altar zum morgendlichen Ritual
ein. Der Morgen des 25. Dezembers wird traditionell eher im kleinen, familiären Rahmen begangen. Der Rest des Tages und auch die folgenden Tage stehen dann sowieso den Feiern mit anderen Gruppen (Verwandtschaftsbesuche, Treffen mit weiter ent-fernt wohnenden Freunden und Bekannten, Weihnachtsfeier mit Kunden oder Kollegen usw.) zur Verfügung und sind im Ablauf selten einheitlich, da hier häufig verschiedene Religionen und Vorstell-ungen aufeinander treffen. Geschenke (und gute Wünsche für das kommende Jahr) sind allerdings nahezu überall üblich und werden nur nach voriger Absprache nicht gemacht. Das Beschenken ist zwar hauptsächlich von Kindern üblich, jedoch hat es sich auch unter Erwachsenen längst durchgesetzt. Die
letzte Nacht des Festivals, vom 31. Dezember auf den 1. Jänner,
bildet wiederum speziellere Rituale. Nach einer Nacht mit üppigem
Essen und Alkohol wird das neue Jahr mit lautem Geknalle und Gepöllere,
mit Feuerwerk und Knallern begrüßt. Das laute Knallen und
die Lichtblitze sollen böse Geister abschrecken. Auch diese Nacht
wird häufig für Orakel verwendet. Bekannt und mittlerweile
eher unbeliebt ist das Bleigießen bei dem verflüssigtes
Blei mit kaltem Wasser abgeschreckt und die entstandenen Figuren auf
ihre mögliche Bedeutung hin gedeutet werden. Orakelkuchen mit
einge-backenen Botschaften oder Gegenständen sind nicht unüblich.
Manch einer wagt am 31. Dezember auch den Gang zu einem/einer WahrsagerIn. |
Basteltipp:
Glitzernde Sterne und Sonnen
von Sandra Mauler (Sassa)
| Gerade in der aktuellen Jahreszeit lieben die meisten Menschen, wenn alles glitzert, insbesondere wenn uns |
der Schnee im Stich lässt. Für dekoratives Glitzern und Glänzen sorgen unter anderem leicht zu bastelnde, goldene Sternchen aus Window Color. Und
das benötigt
man: |
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Als Vorlagen habe ich passend zu Heliou Genethlion wieder die zwölfstrahligen Sterne und Sonnen gewählt. Als Trägermaterial verwende ich eine stabile Folie, in welche ich zusätzlich einen dicken Karton als Verstärkung stecke. Die Schablonen
werden unter die Folie gelegt und die Konturen darauf langsam
und in einem möglichst gleichmäßigen
Zug aufgemalt. Wer mag, malt auch noch im Inneren der Sterne oder
Sonnen Ornamente. In die noch feuchte Farbe können nun Glasperlen
oder Glitzersternchen gedrückt werden. Dazu sollte man am
besten eine Pinzette verwenden und es vermeiden, dass die Perlen
rundum mit der Konturenfarbe beschmiert sind, da sie sonst nicht
mehr glitzern.
Die Sterne können nun auf jede gewünschte und entsprechend gereinigte glatte Oberfläche aufgebracht werden, seien es Fensterscheiben, Spiegel oder Fliesen. Wer mag verziert damit auch gläserne Teelichthalter oder für einen Abend die Trinkgläser. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass kleine Kinder die Sterne nicht in die Finger bekommen und kleine Teile oder lockere Perlchen verschlucken. |
Veranstaltungstipp:
Homer
von Sandra Mauler (Sassa)
Zur Homerausstellung nach Mannheim haben wir es bislang nicht geschafft, aber immerhin kommt Homer nun gewissermaßen zu uns. Die Leopold Franzens Universität (Innsbruck) veranstaltet Mitte November ein Symposion, welches sich mit den Thesen von Raoul Schrott auseinander setzt. Anfang des Jahres hat Akesios dazu bereits einen Artikel im Newsletter veröffentlicht: Homer – Alles ganz anders Am Donnerstag, dem
13. November 2008 stehen vor allem die naturräumlichen
Gegebenheiten und der historisch-politische Hintergrund im Zentrum
der Vorträge. Freitag, der 14. November 2008, steht dann
dem Text näher, so widmet sich u.a. Martin West der „Entstehung
der Ilias“, Barbara Patzek den möglichen Textvorlagen
für die Handlung der Ilias (darunter z.B. der Gilgamesh-Epos)
und Walter Burkert spricht über „Vorbilder“ für
Mythen und Riten in der Ilias. |
Das
Jahr 2009
von Sandra Mauler (Sassa)
Das hellenische Jahr 2009 ist verglichen mit dem vorhergehenden relativ lang, beginnt am Sonntag, dem 28. Dezember 2008 und endet am Freitag, dem 15. Januar 2010. Es beinhaltet 13 Mondmonate von jeweils 29 oder 30 Tagen, welche jeweils am ersten Tag des neuen Mondes beginnen. Der gesamte Kalender für 2009 kann auf unseren Seiten angeschaut und ausgedruckt oder bei Interesse in einer Printversion als Wandkalender bestellt werden. Die wichtigsten Eckdaten des Jahres sind: |
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Das Jahr 2009 beginnt dann mit Noumenia am 16. 01. 2010 |
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Aus dem Kalender
Am 15. des Monats, dem 13. November 2008, ist um etwa 07:00 Vollmond. Da es sich dabei um einen Donnerstag handelt, empfiehlt sich besonders der nachfolgende Samstag (15. November 2008) für Mesomeniafeierlichkeiten. Der Monat Posideon beginnt mit Noumenia am 28. November 2008. Am 8.
des Monats (also dem 5. Dezember 2008) werden die Namen gebenden Posidea
begangen. Am 15. des Monats (12. Dezember 2008) ist um etwa 17:30 Vollmond.
Da es sich hierbei um einen Freitag handelt, empfiehlt sich Samstag
der 13. Dezember als Termin für Mesomeniafeiern. Am 26. Posideon,
dem 23. Dezember 2008, werden die Haloa gefeiert. Das hellenische Jahr 2009 beginnt mit Noumenia des Monats Gamelion
am 28. Dezember 2008. |
Impressum
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Abbildungen und Texte (wenn nicht anders angeführt): Sandra
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und Platz für Wünsche und Anregungen bietet auch unser Forum. |