Andere
Religionen erklären |
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Als
ziemlich kleine Glaubensgruppe ist es nur natürlich, dass
unsere Kinder im Alltag häufig mit den Angehörigen anderer
Religionen zusammen treffen. Es kann daher sinnvoll oder notwendig
werden, dass wir ihnen zumindest ansatzweise erklären können,
woran zum Beispiel in den verschiedenen Weltreligionen geglaubt
wird und was diese Religionen von unserer eigenen unterscheidet.
Gut, das klingt doch einfach, oder? Leider ist es das aber wirklich
nicht, denn es setzt voraus, dass wir nicht nur fest und zentriert
in unserem eigenen Glauben stehen, sondern auch noch das Wesen,
die Entwicklung und die Kerninhalte der anderen Religionen kennen
und verstehen. Schlußendlich gilt es dann noch dieses Wissen
kindgerecht umzusetzen, damit auch unsere Kinder ein Verständnis
für die jeweilige Religion und dessen Anhänger entwickeln
können, und zwar über die Aufzählung von Schlagwörtern
und Allgemeinplätzen hinaus, wie es leider teilweise im Religionsunterricht
erfolgt. Bislang gibt es folgende Texte: |
Judentum: |
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Christentum: |
Katholiken, Protestanten, Orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, Mormonen, Evangelikale Gemeinden |
Islam |
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Hinduismus |
(Kategorie derzeit noch leer) |
Buddhismus |
(Kategorie derzeit noch leer) |
Asatru, Celtoi, Kemeter, Wicca, neue Hexen |
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Sonstige religiöse Ansichten: |
Agnostiker, Atheisten, Pantheisten, Panentheisten, Synkretisten, ... |
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(Kategorie derzeit noch leer) |
Das
Judentum ist allerdings mehr als „nur“ eine
Religion; es besteht aus den drei Komponenten Volk, Land und
Religion,
die im orthodoxen Judentum untrennbar miteinander verbunden sind.
Das Volk der Juden führt seinen Ursprung auf drei Patriarchen zurück: auf Abraham, seinen Sohn Isaak und seinen Enkel Jakob (ungefähr 1750 v.d.Z.). Jakob, nachdem er erfolgreich mit einem Engel (oder mit Gott in Gestalt eines Engels) gerungen hatte, erhielt den Namen Israel, das heißt: „Der mit Gott gerungen hat“. Jakob-Israel wurde zum Stammvater der zwölf Stämme Israels, von denen heute nur noch zwei, Juda und Menasse, übrig sind; zehn Stämme sind im Laufe der Zeit durch Assimilation verschwunden. Jude ist jeder, der zum Volk der Juden gehört, also nach orthodoxer Ansicht (die auch von der Regierung des Staates Israel vertreten wird) jeder, der von einer jüdischen Mutter abstammt, sowie jeder, der in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde konvertiert ist. Hier nun liegt ein großer Unterschied zu Christentum, Islam und anderen Religionen: ein Jude hört nicht auf, ein Jude zu sein nur, weil er seinen Glauben ändert: nach rabbinischer Auffassung bleibt auch ein zu einer anderen Religion konvertierter Jude ein Jude. |
Die
Juden gelten als „Volk des Buches“; die Grundlage des
Judentums bezeichnet man in ihrer Gesamtheit als Torah (hebr.
Weisung). Als Torah im engeren Sinne gelten aber nur die fünf Bücher
Moses; sie sind meist gemeint, wenn man von „der Torah“ spricht. Torah ist aber auch der Text, der den Christen als Altes Testament
und den Juden als Tenach (ein Akronym aus den Worten Torah,
Nebiim (Propheten) und Ketubim (Schriften)) bekannt ist. Die orthodoxen
Juden glauben, dass der Pentateuch dem Moses von Gott am Berge
Sinai diktiert wurde; sie glauben darüber hinaus auch, dass
alle nachfolgenden Schriften nicht weniger Gottes Wort sind als
die fünf Bücher Mose. Diese werden auch als schriftliche
Torah bezeichnet; die Auslegung dieser schriftlichen Torah findet
sich in der, obzwar inzwischen ebenfalls verschriftlichten so genannten
mündlichen Torah, zu der neben Teilen des Tenachs vor allem
Midrasch und Talmud gehören, dessen vielbändige Sammlung
ihrerseits aus Mischnah und Gemara besteht, aus der Überarbeitung
(Mischnah) und der Vervollständigung (Gemara) der schriftlichen
Torah; eines der bekanntesten später zusammengestellten Werke
ist der Schulchan Aruch, der Gedeckte Tisch, in dem Josef Karo
die Religionsgesetze zusammengefasst hat.
Das wichtigste Gebet des Judentums ist das Sch’ma Jisrael: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, der Herr ist Einer…“, in dem der Kern des jüdischen Glaubens formuliert wird, dass nämlich Gott Einer sei (selbst das Christentum gilt den Juden als Polytheismus) und dass er Einziger sei, es also keine anderen Götter geben könne, und das Israel sein auserwähltes Volk sei. Im Grunde besteht dieses Auserwähltsein darin, dass sich jeder religiöse Jude verpflichtet sieht, sein tägliches Leben nach den 613 Mitzwot oder Geboten auszurichten, von denen die bekanntesten wohl die 10 Gebote sind, darunter das, den Sabbat zu heiligen, und die Kaschrut-Gesetze, die zum Beispiel festlegen, was gegessen werden darf und was nicht. Die praktische Beachtung der Gebote im alltäglichen Leben spielt im Judentum eine viel größere Rolle als der Glaube; wer die Gesetze befolgt (und zwar mit der richtigen Herzensabsicht, kavannah, und ohne auf Gewinn zu schielen), der wird als ein vor Gott Gerechtfertigter angesehen und bedarf keiner weiteren Erlösung. Der Gedanke des sündhaft geborenen Menschen ist dem Judentum fremd; jeder Mensch hat bei seiner Geburt eine reine Seele, und die Aufgabe besteht darin, sie im Tode rein zurückzuerstatten. Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist dem Judentum nicht ursprünglich, sondern ein Ergebnis vermutlich babylonischen Einflusses; er blieb, etwaige Jenseitsvorstellungen betreffend, bis heute unbestimmt, sekundär, verschwommen. |
Eigentümlich
ist dem Judentum hingegen der Glaube, dass Gott in die Geschichte
der Welt eingreifen werde. Da Gott dem Hause König Davids
ewigen Bestand und die Herrschaft über das gelobte Land Israel,
Erez Israel, versprochen hatte, das Haus David aber im Jahre 586
v.d.Z. den Babyloniern unterlag, hofft man für die Zukunft
auf die Rückkehr des Propheten Elijah als Künder der
Gottesherrschaft auf Erden, auf die Ankunft des Meschiach, des
gesalbten Königs aus dem Haus Davids und schließlich
auf ein Ende des Exils, der Galut (Zerstreuung) und die Rückkehr
des jüdischen Volkes ins Land Israel, dessen Hauptstadt Jerusalem
dann zum Ausgangspunkt des Friedens aller Völker werden wird.
(Da die Zionisten mit der Gründung des Staates Israel 1948
diese Verheißung nicht erfüllten, dass der Staat erst
nach dem Kommen des Messias von Gott und nicht von Menschen errichtet
werden soll, erkennt eine kleine Gruppe streng orthodoxer Juden
die Legitimität des politischen Staates Israel nicht an.)
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Nach
der Zerstörung des zweiten, von Herodes erbauten Tempels durch
die Römer (im Jahre 70 n.d.Z. ) blieb vom heiligsten Ort der
Juden lediglich die Westmauer übrig, die Klagemauer; die Leitung
des Gottesdienstes ging von den Händen der Kohanim, der Priester,
in die Hände der Rabbinen, der Lehrer über und fand fortan
in den Synagogen, den Lehrhäusern (Beth-ha-Midrasch) statt,
die es auch schon gegeben hatte, als der Tempel noch existierte;
als dritter Ort jüdischen Rituals gilt das jüdische Heim,
in dem das Pessach-Mahl (Passahmahl) und der Sabbat, der als höchster
jüdischer Festtag gilt, gefeiert werden.
Der jüdische Festkreis folgt in doppelter Weise einer anderen Zeitrechnung als der christliche; nach dem jüdischen Kalender befinden wir uns statt im Jahre 2007 nach der Geburt Christi im Jahre 5767 nach der Erschaffung der Welt. Das jüdische Jahr selbst basiert auf dem Mondkalender; jeder Monat beginnt mit dem ersten Erscheinen der Neumondsichel, und der Unterschied zum Sonnenjahr wird von Zeit zu Zeit ausgeglichen, in dem ein Jahr einen zusätzlichen Monat, den ersten Adar, erhält, damit die Feste immer ungefähr in der gleichen Jahreszeit stattfinden. Jedes Fest beginnt, wie jeder Tag, am Abend nach Sonnenuntergang, der Sabbat beispielsweise am Freitagabend (Erev Schabbat). Der höchste jüdische Feiertag nach dem Schabbat ist der Jom Kippur, der Versöhnungstag am Ende des zehntägigen Fastens, das an Rosch-ha-schanah (Neujahr) beginnt; auf eine Zeit der Reue und Umkehr folgt die Versöhnung mit Gott. Es gibt drei Wallfahrtsfeste, die sowohl mit der Ackerbaukultur als auch mit der jüdischen Geschichte verknüpft sind: Pessach (hebr. „Vorbeigehen“), stets fast zeitgleich mit Ostern, feiert den Beginn der Gerstenernte und die Befreiung Israels aus Ägypten; Schawuot (hebr. „Wochen“) das Ende der Gerstenernte und den Tag, an dem Mose auf dem Berg Sinai von Gott die Torah erhielt und das stets fast zeitgleich mit Pfingsten gefeiert wird und Sokkot (hebr. „Hütten“), das Laubhüttenfest im Herbst, ebenfalls ein Erntefest, an den auch des Zuges der Juden von Ägypten durch die Wüste zum Gelobten Land gedacht wird. Neben dem Jom Kippur und den großen, mehrtägigen Wallfahrtsfesten gibt es noch eine Reihe kleinerer Feste, die besonders bei Kindern beliebt sind; das bekannteste unter ihnen ist das Chanukkah – oder Lichter- und Weihefest, das meist in die christliche Weihnachtszeit fällt; hier wird der Sieg des Judas Makkabi über die Seleukidenkönige gefeiert, die im 2. Jh. V.d.Z. in Israel den Hellenismos einführen wollten; der achtarmige Chanukkah-Leuchter erinnert an die Wiederentzündung der zehn großen Tempelleuchter, der Menorot; die Menorah ist das älteste Kultgerät und Symbol des Judentums; der Davidsstern (Magen David) ist jüngeren Datums. |
Die Entwicklung des modernen Judentums ist nicht ohne den Holokaust zu denken, dem c.a. 6 Millionen Juden zum Opfer fielen. Lief sie vor der Shoah auf eine Assimilierung hinaus, indem man aus der Trinitas „Volk, Land, Religion“ nur die Religion als so genannte mosaische beizubehalten beabsichtigte, so wurde sie durch den Massenmord jäh gestoppt; die gemeinsam erfahrenen Bedrohung und der Schrecken der möglichen Vernichtung führten dazu, dass die überlebenden Juden sich wieder als Volk dem neu entstandenen Staat Israel verbunden sahen, wobei die Religion gerade unter den Zionisten und im Land Israel selbst sogar ins Hintertreffen geriet. Heute gibt es im Judentum die unterschiedlichsten Richtungen von ultraorthodox bis säkularisiert; einig sind sich jedoch fast alle Juden weltweit über die Notwendigkeit der Existenz des Staates Israel als eines Garanten der Freiheit, wie es alljährlich im Abschiedsgruß der Pessach-Liturgie heißt: Heute noch in Gefangenschaft im Exil, nächstes Jahr in Freiheit in Jerusalem. |
Die
Juden sehen sich als eine große
Familie. „Juden“ heißen sie nach einem ihrer zwölf
Stämme, dem Stamm Juda. Ihre Ur-Ur-Urgroßväter sind
Abraham, sein Sohn Isaak und sein Enkel Jakob. Jakob bekam den Namen „Israel“ weil
er mit Gottes Engel gerungen hatte. „Israel“ bedeutet: „Der
mit Gott gerungen hat“. Deswegen heißen die Juden auch
Israeliten, und der Staat der Juden heißt Israel.
Israel ist das Land, von dem die Juden glauben, dass Gott es Abraham und seiner Familie versprochen hatte, und in dem sie wohnen sollten. Also zogen sie von Ur in ihr gelobtes Land, das damals noch Kanaan hieß. Auf dem Weg dorthin kamen die Hebräer, wie sie auch noch hießen, nach Ägypten und wurden Sklaven. Gott beauftragte Moses und seinen Bruder Aaron, die Juden zu befreien. Sie führten sie zum Berg Sinai in der Wüste. Dort gab Gott ihnen die zehn Gebote. Die zwölf Stämme Israels versprachen, die zehn Gebote zu halten, und Gott versprach dafür, sie zu lehren, zu leiten und zu schützen. So schlossen die Israeliten einen Bund mit Gott. Die Juden erreichten dann das versprochene Land, eroberten es und lebten dort, aber auch in babylonischer Gefangenschaft und später als Bürger in vielen anderen Ländern. So gab es Juden, die zu Hause, in Israel, lebten, und es gab Juden, die nicht in Israel, also „im Exil“ lebten. Nach der Zerstörung ihres zweiten Tempels im Jahre 70 n.d.Z. wurde das Land Israel ein Teil des Römischen Reiches, und alle Juden lebten im Exil, bis der Staat Israel im Jahre 1948 neu gegründet wurde. Die Juden glauben, dass es nur einen Gott gibt, und dass sie sein besonderes Volk sind, weil sie einen Bund mit ihm geschlossen haben und seine Gebote halten müssen, das sind 613. Diese Gebote und die Geschichte von Gott und seinem Volk stehen im heiligsten Buch der Juden, der Torah. (Die Christen haben dasselbe Buch in ihrer Bibel, das sind die fünf Bücher Mose.) Die Torah ist mit Feder und Tinte auf Schriftrollen geschrieben und wird in den Lehr- und Bethäusern der Juden aufbewahrt, das sind die Synagogen. In den Synagogen leiten die Rabbiner die Gottesdienste und geben Unterricht. „Rabbi“ heißt „Lehrer“. Die Priester der Juden, die „Kohanim“ („Kohen“ heißt „Priester“) leiten keine Gottesdienste mehr, weil der Tempel zerstört ist. Von ihm steht nur noch eine einzige Mauer, das ist die „Klagemauer“ in Jerusalem, der Hauptstadt von Israel. Weil in der Torah steht, dass der Gott Israels in sechs Tagen die Welt geschaffen hat und sich am siebten Tag ausruhte, ist der siebte Tag der Woche, der Schabbat (Sabbat) der höchste Feiertag der Juden. Weil Gott an diesem Tag nicht gearbeitet hat, heiligen die Juden den Sabbat dadurch, dass sie auch nicht arbeiten. Wie die Christen am Sonntag zur Kirche, so gehen die Juden am Sabbat zur Synagoge. Im Frühjahr feiern die Juden sieben Tage lang ein Ernte- und Frühlingsfest, das Passahfest (Pessach). An diesem Fest wird bei einer gemeinsamen Festmahlzeit in der Familie jedes Jahr die Geschichte vom Auszug der Juden aus Ägypten erzählt. Im Frühsommer gibt es das Wochenfest (Schawuot), das auch ein Erntefest ist und an dem man sich erzählt, wie Gott dem Volk Israel am Sinai die Gebote gegeben hat. Im Herbst gibt es ein drittes Erntefest, das Laubhüttenfest (Sokkot). Dann wohnt man in selbst gebauten Hütten aus belaubten Zweigen und erzählt sich die Geschichte vom vierzig Jahre langen Weg des Volkes Israel vom Berg Sinai bis nach Kanaan. Das höchste Fest nach dem Sabbat ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, an dem die Juden eine zehntägige Fastenzeit beenden, die am Neujahrstag (Rosch-ha-schanah) angefangen hat. In dieser Zeit versucht man, sich mit Menschen, die man gekränkt hat, zu versöhnen, damit man sich am Jom Kippur auch mit Gott versöhnen kann. Es gibt auch noch viele kleinere Feste. Die jüdischen Kinder lieben besonders das Chanukkahfest im Winter, das ein bisschen wie Weihnachten gefeiert wird, an dem es Geschenke gibt und an dem die Lichter auf dem achtarmigen Chanukkah-Leuchter angezündet werden. Ein großer Festtag für Kinder, ihre Eltern und Verwandten und die ganze Gemeinde ist das Bar Mitzwah Fest für die Jungen, die im Alter von 13, und das Bat Mitzwah Fest für die Mädchen, die mit 12 Jahren als „Söhne des Gesetzes“ und „Töchter des Gesetzes“ (Bar und Bat Mitzwah) in die Gemeinde eingeführt werden und nun als Erwachsene gelten. Die
wichtigsten Symbole des Judentums sind der siebenarmige Leuchter,
die Menorah, und der sechszackige Stern, der Davidsstern. Wie man
eine Menorah aus reinem Gold herstellt, hat Gott selbst, wie die
Juden glauben, in der Torah aufschreiben lassen; im Tempel König
Salomos gab es, sagt man, zehn riesige goldene Menorot (Mehrzahl
von Menorah). Der Davidsstern heißt auf hebräisch Magen
David, das bedeutet: Schildzeichen Davids, denn der große König
David und seine Krieger hatten, so wird erzählt, den Stern
auf ihre Schilde gemalt. |
Die
meisten von uns haben es mit einem überwiegend christlichen
Umfeld zu tun. Wir Eltern sind wohl zumeist in christlichen Familien
aufgewachsen, selbst wenn es sich nur um Taufscheinchristen handelt.
Auch heute umgeben uns viele Menschen, die sich teilweise gar nicht
vorstellen können, dass jemand einen anderen Glauben hat.
In Kindergarten und (Volks-)Schule ist es teilweise ganz normal,
dass morgens zum "lieben Gott" gebetet wird und immer
wieder gemeinsame Gottesdienst statt finden. So wird, ohne gegenteilige
Informationen, wohl zuerst angenommen, dass auch unsere Kinder
- egal ob wir nun selbst Angehörige der Kirche sind - zu "christlichen
Werten" erzogen wird. Und wenn das Kind die Hände nicht
zum Gebet zu falten weiß, wird wohl eher vermutet, dass den
Eltern Religion egal ist, denn dass sie einer anderen, mit anderen
Gepflogenheiten, angehören könnten. So werden unsere
Kinder schnell mit dem "lieben Gott" konfrontiert. Wie
erklären wir ihnen, woran diese Leute alle (angeblich) glauben?
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Die evangelischen Kirchen bieten
unter diesem
Link eine Kinderseite an.
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Der
Islam (arabisch "Hingabe, Unterwerfung")
ist historisch nach Juden- und Christentum die jüngste der drei
abrahamitischen Religionen, nach eigenem Verständnis aber die
Urreligion der Menschheit, die bereits Adam geoffenbart, später
aber verfälscht wurde. Verschiedene Propheten, zu denen auch
Jesus (arabisch Isa) gezählt wird, versuchten die Menschen zum
Islam zurückzuführen, hatten aber nur begrenzten Erfolg.
Schließlich sandte Allah als letzten Propheten Muhammad und
offenbarte ihm den Qur'an
(Koran), das heilige Buch, das seit Anbeginn
der Zeit bei Allah war, sein direktes Wort ist und absolute Gültigkeit
hat. Die einzelnen Abschnitte (Suren) des Qur'an wurden
Muhammad (geboren 570 n.Zr. in Mekka, gestorben 632 in Medina) ab
seinem 40.
Lebensjahr nach und nach in Visionen verkündet und sind ganz
unterschiedlich in Stil und Inhalt. Die ältesten sind zugleich
die kürzesten und enthalten in Versen die Grundüberzeugungen
des Islam, die jüngeren, in Prosa geschriebenen, werden immer
länger und enthalten immer detailliertere Anweisungen über
religiöse, gesellschaftliche und auch private Lebensbereich,
denn der islamische Religionsbegriff (ad-din) umfasst die gesamte
Gestaltung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens nach
dem Willen Allahs.
Der Islam hat fünf "Säulen", deren erste das Glaubensbekenntnis (Schahada) ist: "Kein Gott außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs" (Rasulullah). Wer es öffentlich ausspricht, gilt als Muslim bzw. Muslima. Die weiteren "Säulen" sind das Gebet zu den täglichen fünf Gebetszeiten, das Fasten im Monat Ramadan, die jährliche Sozialabgabe (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) mindestens einmal im Leben, sofern man sie sich leisten kann. Religiöse Pflicht ist auch die Befolgung der Vorschriften des Qur'an, lediglich "empfohlen" wird darüber hinaus die Befolgung der Sunna (Überlieferung), d.h. der Lebensregeln, die durch das persönliche Vorbild und die Aussagen Muhammads überliefert sind. Aus Qur'an und Sunna leiten islamische Rechtsgelehrte die Schariah als komplettes System von Staats-, Straf- und Zivilrecht ab. Der islamische Anspruch, die menschliche Gesellschaft nach dem Willen Allahs zu gestalten, führte früh zu Konflikten, sodass Muhammad und seine Anhänger im Jahr 622 aus Mekka nach Medina flohen, wo sie bald die Führung übernahmen und in langwierigen Kämpfen schließlich Mekka und einen großen Teil der arabischen Halbinsel unterwarfen. Nach dem Tod Muhammads setzten seine politischen Nachfolger (Kalifen) die Eroberungspolitik fort. Dabei kam es bereits bei der Wahl des ersten Kalifen zu einem Streit, aus dem die Trennung von Sunniten (heute ca. 85 %) und Schiiten entstanden ist. Beide Konfessionen betonen aber die Einheit des Islam. Zu ihr bekennt sich auch die mystische Strömung der Sufis. Außer den täglichen Gebeten und den Ritualen der Hadsch kennt der sunnitische Islam nur die beiden Feste Id ul-Adha (türkisch Kurban Bayram), das zum Abschluss der Hadsch auch von den Daheimgeblieben gefeierte Opferfest, und Id ul-Fitr (Fastenbrechen, Ramazan Bayram) am Schluss des Monats Ramadan. Die Schiiten feiern auch mehrere Gedenkfeste für ihre Märtyrer. Weitere Kennzeichen des Islam sind das Verbot von Schweinefleisch, Alkohol und Glücksspiel, das Gebot der Kopfbedeckung für Frauen (im Gebet auch für Männer), rituelle Waschungen vor dem Gebet sowie ein radikaler Missionsauftrag, der von Anfang an auch militärisch (Dschihad) erfüllt wurde. Mit Juden- und Christentum teilt der Islam den Glauben an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod, Lohn und Strafe im Jenseits und an ein Jüngstes Gericht. Für
Kinder: |
FS |
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Asatru
ist die Götterreligion der germanischen
Tradition, in der es zwei Götterfamilien gibt: die Asen, zu
denen als wichtigste der Göttervater Odin und seine Frau Frigg,
Thor und seine Frau Sif, Tyr und Baldur gehören, und die Vanen
mit dem Geschwisterpaar Freyr und Freyja und ihrem Vater Njörd.
Die Vanen sind erdnahe, friedliebende Gottheiten, die mit Sexualität
und Fruchtbarkeit, bäuerlicher Arbeit und ihrem Erfolg verbunden
sind, Njörd auch mit Meer, Seefahrt und Reichtum. Die Asen sind "himmlische" Gottheiten,
die kriegerischer auch mehr mit abstrakten Werten verbunden sind:
Odin (südgermanisch Wodan) ist der Herr der Krieger, aber vor
allem auch der Gott geistiger Kräfte und Leistungen wie Wissen,
Dichtung, Sehertum, Magie und Runenkunde, Planung und Strategie.
So hat er manches mit Zeus, manches mit Hermes und manches mit Ares
gemeinsam. Frigg, als Göttermutter mit Hera vergleichbar, ist
die Schützerin von Ehe und Familie, aber auch wie Odin schicksalskundig.
Thor (Donar) ist der Gott des Donners und fruchtbringenden Regens,
der mit seinem Blitz-Hammer Götter und Menschen gegen die Kräfte
der Zerstörung, die Jöten oder Thursen ("Riesen"),
verteidigt, seine Frau Sif schützt die Familienbande und die
Ernte. Tyr (Teiwaz oder Tiu) ist der Gott des Rechts und des Things,
der Rats- und Gerichtsversammlung der germanischen Demokratie, und
wird auch im Krieg um den Sieg der gerechten Sache angerufen. Baldur
ist ein lichter, reiner und heilbringender Gott, der in vielem Apollon
gleicht, aber durch eine Intrige getötet wird - denn die germanischen
Götter sind sterblich. In Ragnarök ("Schicksal der
Götter", fälschlich als "Götterdämmerung" übersetzt),
wenn die Welt vergeht, erfüllt sich auch ihr Schicksal. Sie
werden mit der Welt untergehen, doch dann entsteht eine neue Welt,
in der Baldur wiederkehren und herrschen wird. Bis dahin lebt er
bei Hel, der Totengöttin, die keiner der beiden Familien zuzuordnen
ist. Ihr Reich, das ebenfalls Hel heißt, ist ein Ort blasser
Schatten wie der hellenische Hades. Manche Überlieferungen sagen,
dass Hel eine Tochter von Loki ist, dem Trickster, der von den Jöten
abstammt, aber durch eine Blutsbrüderschaft mit Odin unter die
Asen aufgenommen wurde. Außer Asen und Vanen gibt es auch noch
zahlreiche Naturgeister: die Alben, von denen es helle (freundliche)
und dunkle (gefährliche) gibt, die Disen, die ähnlich den
Nymphen in Bäumen, Gewässern u.a. wirken, und die schon
erwähnten Jöten, die in den urtümlichen Naturkräften
wirken und wie diese oft zerstörerisch, aber manchmal auch hilfreich
und weise sind. Auch die Erde (Jörd) wird als Mutter allen Lebens
verehrt.
Ü ber allem wirkt das Schicksal, das keine "Vorherbestimung", sondern ein aus den Dingen und Ereignissen selbst wirkende Kraft des Werdens (Wyrd) ist und von den drei Nornen verwaltet wird, die den hellenischen Moiren gleichen. Asatruar (wörtlich die "Asentreuen" = Asatru-Angehörige) feiern mindestens vier jährliche Feste an den Sonnenwenden und Äquinoktien, je nach Gruppe auch mehr. Im Zentrum stehen Opfer, meist von saisonalen Produkten und symbolischen Gebildbroten, die nach dem Edda-Vers "Die Gabe will stets Vergeltung" vor allem als Dank-Geschenke an die Götter verstanden werden, und das Trankopfer, nordisch Blót, bei dem jeder Teilnehmer nicht nur eine Gabe für die Götter und Ahnen ausgießt, sondern auch selbst einen Schluck trinkt. Dies dient der "Tischgemeinschaft" zwischen Göttern, Ahnen und Lebenden, die beim nachfolgenden Opfermahl fortgesetzt wird. Die Ethik der Asatru orientiert sich an Familie und Gemeinschaft. Ihre Grundwerte sind Ehre, die man modern mit der Menschenwürde gleichsetzen kann, und Treue, die immer auf Gegenseitigkeit beruhen muss - denn schon in alter Zeit waren nicht nur die Gefolgsleute ihrem Anführer verpflichtet, sondern auch er hatte Pflichten ihnen gegenüber und verlor ihre Loyalität, wenn er sich nicht mehr ehrenhaft verhielt. Durch ein ehrenhaftes Leben bewahrt und vermehrt man auch für sich und seine Familie das Heil, d.h. die Fähigkeit, das Leben zu meistern, und die Kraft, die einem die Götter dazu geben. Durch die Runen oder Vorzeichen wie den Flug von Raben kann man den Rat der Götter einholen. Magie (Seidr) ist ebenfalls möglich, wurde aber oft als hinterhältig und daher unehrenhaft betrachtet. Zur Religion als solcher gehört sie nicht, da sie nicht der Verehrung der Götter dient. Für
Kinder: |
FS
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Agnostizismus, Atheismus und Co.
Der Agnostiker
geht in erster Linie davon aus, dass die Existenz höherer
Wesen wie Götter o.ä., grundsätzlich nicht zu
klären oder für sein Leben sogar irrelevant ist. Er
lehnt das Vorhandensein eines oder mehrerer Götter nicht
ab, aber er geht eben davon aus, dass er dieses nicht mit Sicherheit
wissen kann. Für Kinder: |
SM
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Atheisten
sind Menschen, welche entweder nicht an Götter (Gott) glauben
oder daran glauben, dass es diese(n) nicht gibt, wobei es sich
hierbei tatsächlich um einen kleinen aber feinen Unterschied
handelt. Der griechische Begriff atheos (=ungöttlich,
gottlos, wider des Göttlichen) wurde bereits in der Antike
verwendet. So wurden zum Beispiel die Anhänger monotheistischer
Glaubensrichtungen seitens der polytheistischen Systeme als Atheisten
bezeichnet, da sie sich offensichtlich der Erkenntnis verschlossen,
dass die Welt voller Götter (und nicht nur eines einzigen)
waren. Derzeit werden verschiedene Formen des Atheismus unterschieden. Dazu zählen unter anderem:
Besonders im Zeitalter der Aufklärung fanden sich vermehrt Atheisten, häufig in Verbindung mit Antiklerikalismus (=Ablehnung der besitzenden Geistlichkeit). Die Kirche insbesondere aufgrund der Verhaltensweisen ihrer Würdenträger beinahe schon als Beweis für die Nichtexistenz des gepredigten Gottes verstanden. Für
Kinder: |
SM
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Man bezeichnet
den Pantheismus auch als Allgottglaube, da ein Pantheist davon
ausgeht, dass Gott bzw. das Göttliche in allen Erscheinungen
der Welt sichtbar ist. Im schwachen Pantheismus gilt, wie es
auf ähnliche Art und Weise auch im Hellenismos betrachtet
wird, dass die Welt voll des Göttlichen ist. Der starke
Pantheismus sieht hingegen den gesamten Kosmos als dem Göttlichen
selbst gleichbedeutend. Die Göttlichkeit, nach Ansicht des
Pantheisten, stellt aber keine personifizierte Wesenheit sondern
vielmehr das Gewebe dar, aus welchem die von uns erfahrbare Welt
besteht. Für Kinder: |
SM
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(noch
zu ergänzen)
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Unter Synkretismus
versteht man die gleichzeitige Ausübung von Praktiken zweier
oder mehrerer Glaubenssysteme. Es handelt sich folglich um eine
Vermischung unterschiedlicher religiöser und philosophischer
Ideen, was natürlich nur dann möglich ist, wenn die
einzelnen Teilaspekte keinen Absolutheitsanspruch stellen. Für Kinder: |
SM
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