Andere Religionen erklären

Als ziemlich kleine Glaubensgruppe ist es nur natürlich, dass unsere Kinder im Alltag häufig mit den Angehörigen anderer Religionen zusammen treffen. Es kann daher sinnvoll oder notwendig werden, dass wir ihnen zumindest ansatzweise erklären können, woran zum Beispiel in den verschiedenen Weltreligionen geglaubt wird und was diese Religionen von unserer eigenen unterscheidet. Gut, das klingt doch einfach, oder? Leider ist es das aber wirklich nicht, denn es setzt voraus, dass wir nicht nur fest und zentriert in unserem eigenen Glauben stehen, sondern auch noch das Wesen, die Entwicklung und die Kerninhalte der anderen Religionen kennen und verstehen. Schlußendlich gilt es dann noch dieses Wissen kindgerecht umzusetzen, damit auch unsere Kinder ein Verständnis für die jeweilige Religion und dessen Anhänger entwickeln können, und zwar über die Aufzählung von Schlagwörtern und Allgemeinplätzen hinaus, wie es leider teilweise im Religionsunterricht erfolgt.
Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere Leser Texte, Links oder eventuell Buchempfehlungen zur Verfügung stellen möchte, dazu bin ich jederzeit über E-Mail erreichbar.

Bislang gibt es folgende Texte:


Judentum:

Christentum:

Katholiken, Protestanten, Orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, Mormonen, Evangelikale Gemeinden

Islam


Hinduismus

(Kategorie derzeit noch leer)

Buddhismus

(Kategorie derzeit noch leer)


Neues Heidentum:


Asatru, Celtoi, Kemeter, Wicca, neue Hexen

Sonstige religiöse Ansichten:

Agnostiker, Atheisten, Pantheisten, Panentheisten, Synkretisten, ...


Linktipps:


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Judentum
von MRK

Christentum und Islam haben beide ihren Ursprung in der ältesten der drei monotheistischen Religionen, dem Judentum.

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Volk, Land und Religion
 
Das Judentum ist allerdings mehr als „nur“ eine Religion; es besteht aus den drei Komponenten Volk, Land und Religion, die im orthodoxen Judentum untrennbar miteinander verbunden sind.
Das Volk der Juden führt seinen Ursprung auf drei Patriarchen zurück: auf Abraham, seinen Sohn Isaak und seinen Enkel Jakob (ungefähr 1750 v.d.Z.). Jakob, nachdem er erfolgreich mit einem Engel (oder mit Gott in Gestalt eines Engels) gerungen hatte, erhielt den Namen Israel, das heißt: „Der mit Gott gerungen hat“. Jakob-Israel wurde zum Stammvater der zwölf Stämme Israels, von denen heute nur noch zwei, Juda und Menasse, übrig sind; zehn Stämme sind im Laufe der Zeit durch Assimilation verschwunden.
Jude ist jeder, der zum Volk der Juden gehört, also nach orthodoxer Ansicht (die auch von der Regierung des Staates Israel vertreten wird) jeder, der von einer jüdischen Mutter abstammt, sowie jeder, der in einer orthodoxen jüdischen Gemeinde konvertiert ist. Hier nun liegt ein großer Unterschied zu Christentum, Islam und anderen Religionen: ein Jude hört nicht auf, ein Jude zu sein nur, weil er seinen Glauben ändert: nach rabbinischer Auffassung bleibt auch ein zu einer anderen Religion konvertierter Jude ein Jude.

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Volk des Buches
 
Die Juden gelten als „Volk des Buches“; die Grundlage des Judentums bezeichnet man in ihrer Gesamtheit als Torah (hebr. Weisung). Als Torah im engeren Sinne gelten aber nur die fünf Bücher Moses; sie sind meist gemeint, wenn man von „der Torah“ spricht. Torah ist aber auch der Text, der den Christen als Altes Testament und den Juden als Tenach (ein Akronym aus den Worten Torah, Nebiim (Propheten) und Ketubim (Schriften)) bekannt ist. Die orthodoxen Juden glauben, dass der Pentateuch dem Moses von Gott am Berge Sinai diktiert wurde; sie glauben darüber hinaus auch, dass alle nachfolgenden Schriften nicht weniger Gottes Wort sind als die fünf Bücher Mose. Diese werden auch als schriftliche Torah bezeichnet; die Auslegung dieser schriftlichen Torah findet sich in der, obzwar inzwischen ebenfalls verschriftlichten so genannten mündlichen Torah, zu der neben Teilen des Tenachs vor allem Midrasch und Talmud gehören, dessen vielbändige Sammlung ihrerseits aus Mischnah und Gemara besteht, aus der Überarbeitung (Mischnah) und der Vervollständigung (Gemara) der schriftlichen Torah; eines der bekanntesten später zusammengestellten Werke ist der Schulchan Aruch, der Gedeckte Tisch, in dem Josef Karo die Religionsgesetze zusammengefasst hat.
Das wichtigste Gebet des Judentums ist das Sch’ma Jisrael: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, der Herr ist Einer…“, in dem der Kern des jüdischen Glaubens formuliert wird, dass nämlich Gott Einer sei (selbst das Christentum gilt den Juden als Polytheismus) und dass er Einziger sei, es also keine anderen Götter geben könne, und das Israel sein auserwähltes Volk sei. Im Grunde besteht dieses Auserwähltsein darin, dass sich jeder religiöse Jude verpflichtet sieht, sein tägliches Leben nach den 613 Mitzwot oder Geboten auszurichten, von denen die bekanntesten wohl die 10 Gebote sind, darunter das, den Sabbat zu heiligen, und die Kaschrut-Gesetze, die zum Beispiel festlegen, was gegessen werden darf und was nicht.

Die praktische Beachtung der Gebote im alltäglichen Leben spielt im Judentum eine viel größere Rolle als der Glaube; wer die Gesetze befolgt (und zwar mit der richtigen Herzensabsicht, kavannah, und ohne auf Gewinn zu schielen), der wird als ein vor Gott Gerechtfertigter angesehen und bedarf keiner weiteren Erlösung. Der Gedanke des sündhaft geborenen Menschen ist dem Judentum fremd; jeder Mensch hat bei seiner Geburt eine reine Seele, und die Aufgabe besteht darin, sie im Tode rein zurückzuerstatten. Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist dem Judentum nicht ursprünglich, sondern ein Ergebnis vermutlich babylonischen Einflusses; er blieb, etwaige Jenseitsvorstellungen betreffend, bis heute unbestimmt, sekundär, verschwommen.

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Das gelobte Land - Der Staat Israel
 
Eigentümlich ist dem Judentum hingegen der Glaube, dass Gott in die Geschichte der Welt eingreifen werde. Da Gott dem Hause König Davids ewigen Bestand und die Herrschaft über das gelobte Land Israel, Erez Israel, versprochen hatte, das Haus David aber im Jahre 586 v.d.Z. den Babyloniern unterlag, hofft man für die Zukunft auf die Rückkehr des Propheten Elijah als Künder der Gottesherrschaft auf Erden, auf die Ankunft des Meschiach, des gesalbten Königs aus dem Haus Davids und schließlich auf ein Ende des Exils, der Galut (Zerstreuung) und die Rückkehr des jüdischen Volkes ins Land Israel, dessen Hauptstadt Jerusalem dann zum Ausgangspunkt des Friedens aller Völker werden wird. (Da die Zionisten mit der Gründung des Staates Israel 1948 diese Verheißung nicht erfüllten, dass der Staat erst nach dem Kommen des Messias von Gott und nicht von Menschen errichtet werden soll, erkennt eine kleine Gruppe streng orthodoxer Juden die Legitimität des politischen Staates Israel nicht an.)

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Kult und Kalender
 
Nach der Zerstörung des zweiten, von Herodes erbauten Tempels durch die Römer (im Jahre 70 n.d.Z. ) blieb vom heiligsten Ort der Juden lediglich die Westmauer übrig, die Klagemauer; die Leitung des Gottesdienstes ging von den Händen der Kohanim, der Priester, in die Hände der Rabbinen, der Lehrer über und fand fortan in den Synagogen, den Lehrhäusern (Beth-ha-Midrasch) statt, die es auch schon gegeben hatte, als der Tempel noch existierte; als dritter Ort jüdischen Rituals gilt das jüdische Heim, in dem das Pessach-Mahl (Passahmahl) und der Sabbat, der als höchster jüdischer Festtag gilt, gefeiert werden.
Der jüdische Festkreis folgt in doppelter Weise einer anderen Zeitrechnung als der christliche; nach dem jüdischen Kalender befinden wir uns statt im Jahre 2007 nach der Geburt Christi im Jahre 5767 nach der Erschaffung der Welt. Das jüdische Jahr selbst basiert auf dem Mondkalender; jeder Monat beginnt mit dem ersten Erscheinen der Neumondsichel, und der Unterschied zum Sonnenjahr wird von Zeit zu Zeit ausgeglichen, in dem ein Jahr einen zusätzlichen Monat, den ersten Adar, erhält, damit die Feste immer ungefähr in der gleichen Jahreszeit stattfinden. Jedes Fest beginnt, wie jeder Tag, am Abend nach Sonnenuntergang, der Sabbat beispielsweise am Freitagabend (Erev Schabbat).
Der höchste jüdische Feiertag nach dem Schabbat ist der Jom Kippur, der Versöhnungstag am Ende des zehntägigen Fastens, das an Rosch-ha-schanah (Neujahr) beginnt; auf eine Zeit der Reue und Umkehr folgt die Versöhnung mit Gott.
Es gibt drei Wallfahrtsfeste, die sowohl mit der Ackerbaukultur als auch mit der jüdischen Geschichte verknüpft sind: Pessach (hebr. „Vorbeigehen“), stets fast zeitgleich mit Ostern, feiert den Beginn der Gerstenernte und die Befreiung Israels aus Ägypten; Schawuot (hebr. „Wochen“) das Ende der Gerstenernte und den Tag, an dem Mose auf dem Berg Sinai von Gott die Torah erhielt und das stets fast zeitgleich mit Pfingsten gefeiert wird und Sokkot (hebr. „Hütten“), das Laubhüttenfest im Herbst, ebenfalls ein Erntefest, an den auch des Zuges der Juden von Ägypten durch die Wüste zum Gelobten Land gedacht wird.
Neben dem Jom Kippur und den großen, mehrtägigen Wallfahrtsfesten gibt es noch eine Reihe kleinerer Feste, die besonders bei Kindern beliebt sind; das bekannteste unter ihnen ist das Chanukkah – oder Lichter- und Weihefest, das meist in die christliche Weihnachtszeit fällt; hier wird der Sieg des Judas Makkabi über die Seleukidenkönige gefeiert, die im 2. Jh. V.d.Z. in Israel den Hellenismos einführen wollten; der achtarmige Chanukkah-Leuchter erinnert an die Wiederentzündung der zehn großen Tempelleuchter, der Menorot; die Menorah ist das älteste Kultgerät und Symbol des Judentums; der Davidsstern (Magen David) ist jüngeren Datums.

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Modernes Judentum
 

Die Entwicklung des modernen Judentums ist nicht ohne den Holokaust zu denken, dem c.a. 6 Millionen Juden zum Opfer fielen. Lief sie vor der Shoah auf eine Assimilierung hinaus, indem man aus der Trinitas „Volk, Land, Religion“ nur die Religion als so genannte mosaische beizubehalten beabsichtigte, so wurde sie durch den Massenmord jäh gestoppt; die gemeinsam erfahrenen Bedrohung und der Schrecken der möglichen Vernichtung führten dazu, dass die überlebenden Juden sich wieder als Volk dem neu entstandenen Staat Israel verbunden sahen, wobei die Religion gerade unter den Zionisten und im Land Israel selbst sogar ins Hintertreffen geriet. Heute gibt es im Judentum die unterschiedlichsten Richtungen von ultraorthodox bis säkularisiert; einig sind sich jedoch fast alle Juden weltweit über die Notwendigkeit der Existenz des Staates Israel als eines Garanten der Freiheit, wie es alljährlich im Abschiedsgruß der Pessach-Liturgie heißt:

Heute noch in Gefangenschaft im Exil, nächstes Jahr in Freiheit in Jerusalem.

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Zusammengefasst für Kinder
 
Die Juden sehen sich als eine große Familie. „Juden“ heißen sie nach einem ihrer zwölf Stämme, dem Stamm Juda. Ihre Ur-Ur-Urgroßväter sind Abraham, sein Sohn Isaak und sein Enkel Jakob. Jakob bekam den Namen „Israel“ weil er mit Gottes Engel gerungen hatte. „Israel“ bedeutet: „Der mit Gott gerungen hat“. Deswegen heißen die Juden auch Israeliten, und der Staat der Juden heißt Israel.
Israel ist das Land, von dem die Juden glauben, dass Gott es Abraham und seiner Familie versprochen hatte, und in dem sie wohnen sollten. Also zogen sie von Ur in ihr gelobtes Land, das damals noch Kanaan hieß. Auf dem Weg dorthin kamen die Hebräer, wie sie auch noch hießen, nach Ägypten und wurden Sklaven. Gott beauftragte Moses und seinen Bruder Aaron, die Juden zu befreien. Sie führten sie zum Berg Sinai in der Wüste. Dort gab Gott ihnen die zehn Gebote. Die zwölf Stämme Israels versprachen, die zehn Gebote zu halten, und Gott versprach dafür, sie zu lehren, zu leiten und zu schützen. So schlossen die Israeliten einen Bund mit Gott.
Die Juden erreichten dann das versprochene Land, eroberten es und lebten dort, aber auch in babylonischer Gefangenschaft und später als Bürger in vielen anderen Ländern. So gab es Juden, die zu Hause, in Israel, lebten, und es gab Juden, die nicht in Israel, also „im Exil“ lebten. Nach der Zerstörung ihres zweiten Tempels im Jahre 70 n.d.Z. wurde das Land Israel ein Teil des Römischen Reiches, und alle Juden lebten im Exil, bis der Staat Israel im Jahre 1948 neu gegründet wurde.
Die Juden glauben, dass es nur einen Gott gibt, und dass sie sein besonderes Volk sind, weil sie einen Bund mit ihm geschlossen haben und seine Gebote halten müssen, das sind 613. Diese Gebote und die Geschichte von Gott und seinem Volk stehen im heiligsten Buch der Juden, der Torah. (Die Christen haben dasselbe Buch in ihrer Bibel, das sind die fünf Bücher Mose.)
Die Torah ist mit Feder und Tinte auf Schriftrollen geschrieben und wird in den Lehr- und Bethäusern der Juden aufbewahrt, das sind die Synagogen. In den Synagogen leiten die Rabbiner die Gottesdienste und geben Unterricht. „Rabbi“ heißt „Lehrer“. Die Priester der Juden, die „Kohanim“ („Kohen“ heißt „Priester“) leiten keine Gottesdienste mehr, weil der Tempel zerstört ist. Von ihm steht nur noch eine einzige Mauer, das ist die „Klagemauer“ in Jerusalem, der Hauptstadt von Israel.
Weil in der Torah steht, dass der Gott Israels in sechs Tagen die Welt geschaffen hat und sich am siebten Tag ausruhte, ist der siebte Tag der Woche, der Schabbat (Sabbat) der höchste Feiertag der Juden. Weil Gott an diesem Tag nicht gearbeitet hat, heiligen die Juden den Sabbat dadurch, dass sie auch nicht arbeiten. Wie die Christen am Sonntag zur Kirche, so gehen die Juden am Sabbat zur Synagoge.
Im Frühjahr feiern die Juden sieben Tage lang ein Ernte- und Frühlingsfest, das Passahfest (Pessach). An diesem Fest wird bei einer gemeinsamen Festmahlzeit in der Familie jedes Jahr die Geschichte vom Auszug der Juden aus Ägypten erzählt. Im Frühsommer gibt es das Wochenfest (Schawuot), das auch ein Erntefest ist und an dem man sich erzählt, wie Gott dem Volk Israel am Sinai die Gebote gegeben hat. Im Herbst gibt es ein drittes Erntefest, das Laubhüttenfest (Sokkot). Dann wohnt man in selbst gebauten Hütten aus belaubten Zweigen und erzählt sich die Geschichte vom vierzig Jahre langen Weg des Volkes Israel vom Berg Sinai bis nach Kanaan. Das höchste Fest nach dem Sabbat ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, an dem die Juden eine zehntägige Fastenzeit beenden, die am Neujahrstag (Rosch-ha-schanah) angefangen hat. In dieser Zeit versucht man, sich mit Menschen, die man gekränkt hat, zu versöhnen, damit man sich am Jom Kippur auch mit Gott versöhnen kann. Es gibt auch noch viele kleinere Feste. Die jüdischen Kinder lieben besonders das Chanukkahfest im Winter, das ein bisschen wie Weihnachten gefeiert wird, an dem es Geschenke gibt und an dem die Lichter auf dem achtarmigen Chanukkah-Leuchter angezündet werden.
Ein großer Festtag für Kinder, ihre Eltern und Verwandten und die ganze Gemeinde ist das Bar Mitzwah Fest für die Jungen, die im Alter von 13, und das Bat Mitzwah Fest für die Mädchen, die mit 12 Jahren als „Söhne des Gesetzes“ und „Töchter des Gesetzes“ (Bar und Bat Mitzwah) in die Gemeinde eingeführt werden und nun als Erwachsene gelten.

Die wichtigsten Symbole des Judentums sind der siebenarmige Leuchter, die Menorah, und der sechszackige Stern, der Davidsstern. Wie man eine Menorah aus reinem Gold herstellt, hat Gott selbst, wie die Juden glauben, in der Torah aufschreiben lassen; im Tempel König Salomos gab es, sagt man, zehn riesige goldene Menorot (Mehrzahl von Menorah). Der Davidsstern heißt auf hebräisch Magen David, das bedeutet: Schildzeichen Davids, denn der große König David und seine Krieger hatten, so wird erzählt, den Stern auf ihre Schilde gemalt.
Aus dem Hause Davids soll auch, nach jüdischem Glauben, eines Tages der Meschiach, der Messias kommen, auf den alle Juden warten, weil er allen Menschen auf der ganzen Welt Frieden (Schalom) bringen soll.

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Christentum

Die meisten von uns haben es mit einem überwiegend christlichen Umfeld zu tun. Wir Eltern sind wohl zumeist in christlichen Familien aufgewachsen, selbst wenn es sich nur um Taufscheinchristen handelt. Auch heute umgeben uns viele Menschen, die sich teilweise gar nicht vorstellen können, dass jemand einen anderen Glauben hat. In Kindergarten und (Volks-)Schule ist es teilweise ganz normal, dass morgens zum "lieben Gott" gebetet wird und immer wieder gemeinsame Gottesdienst statt finden. So wird, ohne gegenteilige Informationen, wohl zuerst angenommen, dass auch unsere Kinder - egal ob wir nun selbst Angehörige der Kirche sind - zu "christlichen Werten" erzogen wird. Und wenn das Kind die Hände nicht zum Gebet zu falten weiß, wird wohl eher vermutet, dass den Eltern Religion egal ist, denn dass sie einer anderen, mit anderen Gepflogenheiten, angehören könnten. So werden unsere Kinder schnell mit dem "lieben Gott" konfrontiert. Wie erklären wir ihnen, woran diese Leute alle (angeblich) glauben?

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Katholiken
 
Noch zu ergänzen!

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Protestanten
 
Die evangelischen Kirchen bieten unter diesem Link eine Kinderseite an.

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Orthodoxe Christen
 
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Islam

Der Islam (arabisch "Hingabe, Unterwerfung") ist historisch nach Juden- und Christentum die jüngste der drei abrahamitischen Religionen, nach eigenem Verständnis aber die Urreligion der Menschheit, die bereits Adam geoffenbart, später aber verfälscht wurde. Verschiedene Propheten, zu denen auch Jesus (arabisch Isa) gezählt wird, versuchten die Menschen zum Islam zurückzuführen, hatten aber nur begrenzten Erfolg. Schließlich sandte Allah als letzten Propheten Muhammad und offenbarte ihm den Qur'an (Koran), das heilige Buch, das seit Anbeginn der Zeit bei Allah war, sein direktes Wort ist und absolute Gültigkeit hat. Die einzelnen Abschnitte (Suren) des Qur'an wurden Muhammad (geboren 570 n.Zr. in Mekka, gestorben 632 in Medina) ab seinem 40. Lebensjahr nach und nach in Visionen verkündet und sind ganz unterschiedlich in Stil und Inhalt. Die ältesten sind zugleich die kürzesten und enthalten in Versen die Grundüberzeugungen des Islam, die jüngeren, in Prosa geschriebenen, werden immer länger und enthalten immer detailliertere Anweisungen über religiöse, gesellschaftliche und auch private Lebensbereich, denn der islamische Religionsbegriff (ad-din) umfasst die gesamte Gestaltung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens nach dem Willen Allahs.
Der Islam hat fünf "Säulen", deren erste das Glaubensbekenntnis (Schahada) ist: "Kein Gott außer Allah, Muhammad ist der Gesandte Allahs" (Rasulullah). Wer es öffentlich ausspricht, gilt als Muslim bzw. Muslima. Die weiteren "Säulen" sind das Gebet zu den täglichen fünf Gebetszeiten, das Fasten im Monat Ramadan, die jährliche Sozialabgabe (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) mindestens einmal im Leben, sofern man sie sich leisten kann. Religiöse Pflicht ist auch die Befolgung der Vorschriften des Qur'an, lediglich "empfohlen" wird darüber hinaus die Befolgung der Sunna (Überlieferung), d.h. der Lebensregeln, die durch das persönliche Vorbild und die Aussagen Muhammads überliefert sind. Aus Qur'an und Sunna leiten islamische Rechtsgelehrte die Schariah als komplettes System von Staats-, Straf- und Zivilrecht ab.
Der islamische Anspruch, die menschliche Gesellschaft nach dem Willen Allahs zu gestalten, führte früh zu Konflikten, sodass Muhammad und seine Anhänger im Jahr 622 aus Mekka nach Medina flohen, wo sie bald die Führung übernahmen und in langwierigen Kämpfen schließlich Mekka und einen großen Teil der arabischen Halbinsel unterwarfen. Nach dem Tod Muhammads setzten seine politischen Nachfolger (Kalifen) die Eroberungspolitik fort. Dabei kam es bereits bei der Wahl des ersten Kalifen zu einem Streit, aus dem die Trennung von Sunniten (heute ca. 85 %) und Schiiten entstanden ist. Beide Konfessionen betonen aber die Einheit des Islam. Zu ihr bekennt sich auch die mystische Strömung der Sufis.
Außer den täglichen Gebeten und den Ritualen der Hadsch kennt der sunnitische Islam nur die beiden Feste Id ul-Adha (türkisch Kurban Bayram), das zum Abschluss der Hadsch auch von den Daheimgeblieben gefeierte Opferfest, und Id ul-Fitr (Fastenbrechen, Ramazan Bayram) am Schluss des Monats Ramadan. Die Schiiten feiern auch mehrere Gedenkfeste für ihre Märtyrer. Weitere Kennzeichen des Islam sind das Verbot von Schweinefleisch, Alkohol und Glücksspiel, das Gebot der Kopfbedeckung für Frauen (im Gebet auch für Männer), rituelle Waschungen vor dem Gebet sowie ein radikaler Missionsauftrag, der von Anfang an auch militärisch (Dschihad) erfüllt wurde. Mit Juden- und Christentum teilt der Islam den Glauben an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod, Lohn und Strafe im Jenseits und an ein Jüngstes Gericht.

Für Kinder:
"Der Islam ist eine strenge Buch- und Gesetzesreligion, die das ganze Leben der Menschen bestimmt. Seine Anhänger, die Muslime, glauben an einen einzigen Gott mit Namen Allah und leben nach den Geboten und Verboten eines heiligen Buches, des Qur'an oder Koran. Sie glauben, dass der Koran das direkte Wort Allahs ist, das dem Propheten Muhammad offenbart wurde. Muslime müssen fünf Mal am Tag beten, jedes Jahr eine Abgabe für die Armen zahlen und einen Monat lang fasten (Ramadan) sowie einmal im Leben nach Mekka (Arabien) pilgern. Sie dürfen kein Schweinefleisch essen, keinen Alkohol trinken und an keinen Glücksspielen teilnehmen. Die Frauen müssen ein Kopftuch tragen."

FS

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Hinduismus

???
 
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Buddhismus

???
 
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Neues Heidentum

Asatru
 
Asatru ist die Götterreligion der germanischen Tradition, in der es zwei Götterfamilien gibt: die Asen, zu denen als wichtigste der Göttervater Odin und seine Frau Frigg, Thor und seine Frau Sif, Tyr und Baldur gehören, und die Vanen mit dem Geschwisterpaar Freyr und Freyja und ihrem Vater Njörd. Die Vanen sind erdnahe, friedliebende Gottheiten, die mit Sexualität und Fruchtbarkeit, bäuerlicher Arbeit und ihrem Erfolg verbunden sind, Njörd auch mit Meer, Seefahrt und Reichtum. Die Asen sind "himmlische" Gottheiten, die kriegerischer auch mehr mit abstrakten Werten verbunden sind: Odin (südgermanisch Wodan) ist der Herr der Krieger, aber vor allem auch der Gott geistiger Kräfte und Leistungen wie Wissen, Dichtung, Sehertum, Magie und Runenkunde, Planung und Strategie. So hat er manches mit Zeus, manches mit Hermes und manches mit Ares gemeinsam. Frigg, als Göttermutter mit Hera vergleichbar, ist die Schützerin von Ehe und Familie, aber auch wie Odin schicksalskundig. Thor (Donar) ist der Gott des Donners und fruchtbringenden Regens, der mit seinem Blitz-Hammer Götter und Menschen gegen die Kräfte der Zerstörung, die Jöten oder Thursen ("Riesen"), verteidigt, seine Frau Sif schützt die Familienbande und die Ernte. Tyr (Teiwaz oder Tiu) ist der Gott des Rechts und des Things, der Rats- und Gerichtsversammlung der germanischen Demokratie, und wird auch im Krieg um den Sieg der gerechten Sache angerufen. Baldur ist ein lichter, reiner und heilbringender Gott, der in vielem Apollon gleicht, aber durch eine Intrige getötet wird - denn die germanischen Götter sind sterblich. In Ragnarök ("Schicksal der Götter", fälschlich als "Götterdämmerung" übersetzt), wenn die Welt vergeht, erfüllt sich auch ihr Schicksal. Sie werden mit der Welt untergehen, doch dann entsteht eine neue Welt, in der Baldur wiederkehren und herrschen wird. Bis dahin lebt er bei Hel, der Totengöttin, die keiner der beiden Familien zuzuordnen ist. Ihr Reich, das ebenfalls Hel heißt, ist ein Ort blasser Schatten wie der hellenische Hades. Manche Überlieferungen sagen, dass Hel eine Tochter von Loki ist, dem Trickster, der von den Jöten abstammt, aber durch eine Blutsbrüderschaft mit Odin unter die Asen aufgenommen wurde. Außer Asen und Vanen gibt es auch noch zahlreiche Naturgeister: die Alben, von denen es helle (freundliche) und dunkle (gefährliche) gibt, die Disen, die ähnlich den Nymphen in Bäumen, Gewässern u.a. wirken, und die schon erwähnten Jöten, die in den urtümlichen Naturkräften wirken und wie diese oft zerstörerisch, aber manchmal auch hilfreich und weise sind. Auch die Erde (Jörd) wird als Mutter allen Lebens verehrt.
Ü ber allem wirkt das Schicksal, das keine "Vorherbestimung", sondern ein aus den Dingen und Ereignissen selbst wirkende Kraft des Werdens (Wyrd) ist und von den drei Nornen verwaltet wird, die den hellenischen Moiren gleichen.
Asatruar (wörtlich die "Asentreuen" = Asatru-Angehörige) feiern mindestens vier jährliche Feste an den Sonnenwenden und Äquinoktien, je nach Gruppe auch mehr. Im Zentrum stehen Opfer, meist von saisonalen Produkten und symbolischen Gebildbroten, die nach dem Edda-Vers "Die Gabe will stets Vergeltung" vor allem als Dank-Geschenke an die Götter verstanden werden, und das Trankopfer, nordisch Blót, bei dem jeder Teilnehmer nicht nur eine Gabe für die Götter und Ahnen ausgießt, sondern auch selbst einen Schluck trinkt. Dies dient der "Tischgemeinschaft" zwischen Göttern, Ahnen und Lebenden, die beim nachfolgenden Opfermahl fortgesetzt wird. Die Ethik der Asatru orientiert sich an Familie und Gemeinschaft. Ihre Grundwerte sind Ehre, die man modern mit der Menschenwürde gleichsetzen kann, und Treue, die immer auf Gegenseitigkeit beruhen muss - denn schon in alter Zeit waren nicht nur die Gefolgsleute ihrem Anführer verpflichtet, sondern auch er hatte Pflichten ihnen gegenüber und verlor ihre Loyalität, wenn er sich nicht mehr ehrenhaft verhielt. Durch ein ehrenhaftes Leben bewahrt und vermehrt man auch für sich und seine Familie das Heil, d.h. die Fähigkeit, das Leben zu meistern, und die Kraft, die einem die Götter dazu geben. Durch die Runen oder Vorzeichen wie den Flug von Raben kann man den Rat der Götter einholen. Magie (Seidr) ist ebenfalls möglich, wurde aber oft als hinterhältig und daher unehrenhaft betrachtet. Zur Religion als solcher gehört sie nicht, da sie nicht der Verehrung der Götter dient.

Für Kinder:
"Asatru ist die Religion der germanischen Götter wie Odin, Thor, Freyr und Freyja. Asatruar glauben, dass auch die Götter sterblich sind und am Ende der Zeit mit der Welt untergehen werden. Sie feiern vier Jahresfeste, in denen sie den Göttern für ihre Segnungen mit Opfergaben der Jahreszeit und mit einem Trankopfer danken. Asatruar sollen ehrenhaft leben und treu zu denen halten, die auch ihnen treu sind. Wer sich daran hält, sichert damit für sich und seine Familie das Heil, das ihnen Kraft für die Aufgaben des Lebens gibt."

FS

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Agnostizismus, Atheismus und Co.

Agnostizismus
 

Der Agnostiker geht in erster Linie davon aus, dass die Existenz höherer Wesen wie Götter o.ä., grundsätzlich nicht zu klären oder für sein Leben sogar irrelevant ist. Er lehnt das Vorhandensein eines oder mehrerer Götter nicht ab, aber er geht eben davon aus, dass er dieses nicht mit Sicherheit wissen kann.
Beim Agnostizismus handelt es sich daher eher um eine philosophische Anschauung, als um eine Religion. Jemand kann auch Anhänger eines Glaubens sein und auf agnostische Art und Weise erklären, dass er zwar glaubt, aber weiß, dass er diesen Glauben nicht auf seine Richtigkeit überprüfen kann. Eine solche Ansicht ist meist hilfreich um anderen Religionen, sofern sie sich ansonsten ausschließen würden, eine Existenzberechtigung ein zu räumen.
Bereits in der Antike gab es Agnostiker, die uns auch heute aufgrund ihrer Werke bekannt sind, darunter Anaxagoras und Protagoras. Viele bekennende Agnostiker sind heute als Religionskritiker oder Philosophen bekannt.

Für Kinder:
"Agnostiker (ja, es ist ein schwieriges Wort), sind Menschen, die davon ausgehen, dass man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es Götter gibt oder nicht."

SM

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Atheismus
 

Atheisten sind Menschen, welche entweder nicht an Götter (Gott) glauben oder daran glauben, dass es diese(n) nicht gibt, wobei es sich hierbei tatsächlich um einen kleinen aber feinen Unterschied handelt. Der griechische Begriff atheos (=ungöttlich, gottlos, wider des Göttlichen) wurde bereits in der Antike verwendet. So wurden zum Beispiel die Anhänger monotheistischer Glaubensrichtungen seitens der polytheistischen Systeme als Atheisten bezeichnet, da sie sich offensichtlich der Erkenntnis verschlossen, dass die Welt voller Götter (und nicht nur eines einzigen) waren.
Ursprünglich handelte es sich dabei also eher um eine negative Bezeichnung für "Ungläubige". Heute ist der Begiff des Atheismus allerdings eher wertneutral zu sehen und steht in der Philosophie, dem Theismus (= Überzeugung, dass es ein - oder mehrere - höheres Wesen gibt, welches gleichzeitig immanent und transzentent als Schöpfer und beständig regulierende Kraft der Welt wirkt) entgegen. Darüber hinaus gibt es einige Leute die sich freiwillig und bewußt dafür entscheiden, sich als Atheisten zu bezeichnen.

Derzeit werden verschiedene Formen des Atheismus unterschieden. Dazu zählen unter anderem:

  • Pragmatischer Atheismus: Er behauptet, dass eine Erklärung der Welt auch ohne die Annahme von Göttern auskomme.
  • Postulatorischer Atheismus: Dieser meist von Wissenschaftlern selbst vertretene Atheismus geht davon aus, zunächst einmal Götter aus dem System der Erkenntnisse (ergo Wissenschaft) herauszulassen, also keine Götter zu postulieren im Gegensatz zur Theologie.
  • Atheismus auf der Basis des Theodizeeproblems: Dieser geht davon aus, dass das Übel der Welt nicht mit der Existenz eines oder mehrer allmächtiger Götter vereinbar ist, wodurch eben diese Existenz ausgeschlossen ist.
  • Rationalistischer Atheismus: Diese Form des Atheismus geht davon aus, dass nur das existieren kann, was durch die menschliche Vernunft grundsätzlich erkenn- und erfahrbar ist.
  • "Beweislast": Der Atheist geht von der Auffassung aus, dass es keine ausreichenden Gründe gibt um an die Existenz eines oder mehrerer göttlicher Wesen zu glauben.

Besonders im Zeitalter der Aufklärung fanden sich vermehrt Atheisten, häufig in Verbindung mit Antiklerikalismus (=Ablehnung der besitzenden Geistlichkeit). Die Kirche insbesondere aufgrund der Verhaltensweisen ihrer Würdenträger beinahe schon als Beweis für die Nichtexistenz des gepredigten Gottes verstanden.

Für Kinder:
"Atheisten sind Menschen, die nicht an Götter glauben oder sogar davon überzeugt sind, dass es überhaupt keine Götter gibt."

SM

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Pantheismus
 

Man bezeichnet den Pantheismus auch als Allgottglaube, da ein Pantheist davon ausgeht, dass Gott bzw. das Göttliche in allen Erscheinungen der Welt sichtbar ist. Im schwachen Pantheismus gilt, wie es auf ähnliche Art und Weise auch im Hellenismos betrachtet wird, dass die Welt voll des Göttlichen ist. Der starke Pantheismus sieht hingegen den gesamten Kosmos als dem Göttlichen selbst gleichbedeutend. Die Göttlichkeit, nach Ansicht des Pantheisten, stellt aber keine personifizierte Wesenheit sondern vielmehr das Gewebe dar, aus welchem die von uns erfahrbare Welt besteht.
Häufig liegen im Ansatz pantheistische Vorstellungen auch den Strömungen des neuen Heidentums zugrunde.

Für Kinder:
"Pantheisten glauben, dass alles auf der Welt, also Steine, Pflanzen, Tiere, Menschen usw., göttlich bzw. beseelt ist. Beseelt heißt, eine Seele zu besitzen, also einen Teil, den man zwar weder sehen noch angreifen, riechen, hören oder schmecken kann, der aber besonders und wertvoll ist."

SM

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Panentheismus
 
(noch zu ergänzen)

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Synkretismus
 

Unter Synkretismus versteht man die gleichzeitige Ausübung von Praktiken zweier oder mehrerer Glaubenssysteme. Es handelt sich folglich um eine Vermischung unterschiedlicher religiöser und philosophischer Ideen, was natürlich nur dann möglich ist, wenn die einzelnen Teilaspekte keinen Absolutheitsanspruch stellen.
Positionen in den heutigen Religionswissenschaften betrachten ein gewisses Maß an Synkretismus als weit verbreitetes Phänomen, da dies eine naheliegende Folge des Umgangs mit Fremdheit oder Neuem ist. Diesem Vorgang wird daher umgangssprachlich oft eine gewisse "Natürlichkeit" unterstellt. Monotheistische Religionen grenzen sich von synkretistischen Tendenzen in der Regel stärker ab als Religionen, deren innere Struktur ohnehin eine gewissen Pluralismus und eine Widersprüchlichkeit aufweist. Erkenntnistheoretisch ist natürlich weder ein synkretistisches noch ein dogmatisches System naheliegender.
Wohl auch als Folge unserer globalisierten Welt und des Informationszeitalters nimmt der Synkretismus als Basis persönlicher Spritualität immer stärker zu. Insbesondere in Kreisen des neuen Heidentums, welches kaum organisiert ist, gehört es fast schon zum guten Ton, dass der Einzelne sich sein persönliches Glaubenssystem wie ein Mosaik aus den Bestandteilen mehrerer Religionen und philosophischer Strömungen zusammen setzt. Neben vorchristlichen Systemen und Panthei werden häufig östliche Philosophien und Strömungen der Esoterik integriert. Dieser eklektizistische Zugang zum Glauben wird häufig von Vertretern traditioneller Religionen auch als "Patschwork-Religionen" oder "Supermarkt der Weltanschauungen" bezeichnet.

Für Kinder:
"Synkretisten gehen davon aus, dass alle Religionen einen Teil der Wirklichkeit beschreiben, einfach aus einem anderen Blickwinkel. Und weil sie das glauben ist es für sie kein Problem z. B. an den christlichen Gott zu glauben, Magie zu betreiben und auch zu anderen Göttern zu beten."

SM