| Mythologie leicht verständlich mit Michael Köhlmeier | ||
Wer mit Homers dichterischen Sprachbildern ein wenig überfordert ist, findet leichteren Einstieg in die Mythologie mit den Erzählungen von Michael Köhlmeier. Der freiberufliche Schriftsteller versteht es ausgezeichnet die antiken Stoffe lebensnah und gut verständlich dem heutigen Zuhörer bzw. Leser nahe zu bringen. Besonders sympathisch finde ich die Tatsache, dass Michael Köhlmeier in seinen Erzählungen durchaus Stellung bezieht und uns seine Meinung mitteilt. Größere Zusammenhänge und Hintergründe transportiert er in einfachen, nachvollziehbaren Erklärungen und sorgt vielleicht sogar für das eine oder andere „Aha!“-Erlebnis. Michael Köhlmeier wurde 1949 in Hohenems in Vorarlberg geboren und studierte Politik und Germanistik sowie Mathematik und Philosophie. Für sein Werk wurde der österreichische Bestsellerautor unter anderem mit dem Man s-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet. Ursprünglich handelte es sich bei seinen schlichten mythologischen Erzählungen um freie Nacherzählungen des antiken Stoffes für den öffentlichen, österreichischen Radiosender Ö1. Vermutlich ist es gerade diese Tatsache, welche den Texten ihren besonderen Charme verleiht und vielleicht werden sie auf diesem Weg den Quellen auch gerechter als andere Versionen. Schließlich wurde die Mythologie einst auch überwiegend erzählt und gesungen und keineswegs ausschließlich schriftlich transportiert. Doch lassen wir einmal seine Texte selbst für ihn sprechen. Leseproben zum Thema Krieg
und über die Götter Ares und
Athene: „Sie (Athene) ließ sich gern schmeicheln, aber sie ließ sich nur auf intelligente Art und Weise schmeicheln. Dumpfe Anmache fiel bei ihr durch. Ihre Feindschaft zu Ares sorgte oft für Trubel im |
Götterhimmel. Ares war zwar ein kriegslüsterner Raufbold, aber den totalen Krieg, den Vernichtungskrieg, den hat Palles Athene erfunden. Sie war die Strategin im Kampf, und wenn sie einen Feind vor sich hatte, oder wenn sie einem Helden half, der einen Feind vor sich hatte, so war ihre Lösung stets eine endgültige Lösung – die Vernichtung. Bei geringstmöglichem Aufwand sollte der größtmögliche Effekt erzielt werden. Nur die absolute Vernichtung des Feindes konnte garantieren, dass einen dieser Feind in Zukunft unbehelligt lassen würde.“ (Die besten Sagen des klassischen Altertums, S. 27) „Dieser Ares ist der Gott des Krieges, und wir dürfen nicht vergessen, dass der Krieg für die Griechen nicht nur Zerstörung und Tod war, es war auch eine Art Sport, man muss das wirklich so formulieren. Der Kampf selbst war etwas Herrliches, das Ziel des Kampfes war nicht unbedingt, den Feind zu vernichten, sondern ihn eher zu verletzen. Er sollte sich von seinen Wunden wieder erholen, damit man erneut auf ihn einschlagen konnte. Das machte Spass, erleichterte einen. Und dieses Haudegenhafte, das eignete dem Ares.“ Folgende Werke von
Michael Köhlmeier zum griechischen Sagenkreis sind bisher erschienen: |
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