Thargelia mundgerecht

Zu einem richtigen Fest gehört auch das richtige Menü. Aus diesem Grund sollte das passende Essen zu den Thargelia ebenso wenig fehlen, wie bei anderen Anlässen. Da wir es hier konkret mit einem frühsommerlichen Vor-Erntefest, zumindest teilweise also agrarischen Ursprungs, zu tun haben, ist es besonders wünschenswert die saisonalen Angebote der eigenen Region zu nutzen. Besonders schön ist es, wenn der Großteil des Menüs sogar aus dem eigenen Garten stammt oder selbst gesammelt werden konnte.

Hauptgang unseres Thargeliamenüs ist eine Panspermia-Speise, welche dem Fest auch seinen Namen gab, der Thargelos. Ob es sich hierbei um eine Art Brot oder einen Eintopf oder etwas völlig anderes gehandelt haben mag, ist nicht so genau bekannt. Ich persönlich schätze aber einen Eintopf, der überwiegend aus Gemüse der Saison sowie Lagersorten vom vergangenen Jahr besteht. Das Rezept dafür findet ihr in den Hellenistischen Familienwelten.

Um das vegetarische Menü etwas aufzustocken habe ich heuer als Vorspeise einen einfachen gemischten Blattsalat mit Bärlauchbaguette (Rezept für Bärlauchbutter siehe unten) serviert. Als Nachspeise gab es eine Art Tiramisu mit Erdbeere und Rhabarber (Rezept siehe unten). Zum Anstoßen gab es außerdem eine fruchtige Frühsommerbowle (Rezept siehe unten). Natürlich erhielten auch die Götter davon ihre eigene Portion. Außerdem opferte ich Apollon einen teil meines ersten heurigen Ernteerzeugnisses: Löwenzahnsirup (Rezept siehe unten). Der schmeckt nicht nur lecker, sondern ist außerdem auch die medizinische Frühsommersonne im Glas, die das ganze Jahr über bei kratzendem Hals lindernd wirkt.

Und nun für alle, die unser Thargeliamenü nachkochen möchten, die Rezepte.


Löwenzahnsirup
150 Löwenzahnblüten (ca. 200g)
1 unbehandelte Zitrone
1l Wasser
2 Pkg. Vanillezucker
1,25kg Kristallzucker
Bei Sonnenschein die geöffneten Löwenzahnblüten sammeln und kurz mit kaltem Wasser abbrausen. Die Zitrone ebenfalls kurz unter kaltem Wasser abwaschen und dann in dicke Scheiben schneiden. Zitrone und Blüten in einem Liter Wasser aufkochen und zirka 15 bis 30 Minuten lang köcheln lassen. Abseihen und den Sud in einem Topf auffangen. Die Blüten dabei sanft ausdrücken. Zucker zum Sud geben und umrühren bis er sich aufgelöst hat. Aufkochen lassen und auf niedriger Flamme solange einkochen lassen, bis sich der Sirup goldbraun färbt und die gewünschte Zähigkeit erreicht. Dies kann abhängig vom Herd zwischen 2 bis 4 Stunden dauern. Mit Gelierzucker kann auch ein wenig „geschummelt“ werden. Konsistenz durch Gelierprobe testen. Den fertigen Sirup (bzw. „Löwenzahnhonig“) noch heiß in die Einmachgläser abfüllen.

Frühsommerbowle
1 Flasche Weißwein
1 Flasche Sekt
1 Flasche Zitronenlimonade
2 Bund Waldmeister
2 unbehandelte Zitronen
evt. brauner Zucker
500g Erdbeeren
2 Kiwis
Die Waldmeisterbündel mit Bindfaden zusammenbinden, leicht anwelken lassen und zusammen mit dem Weißwein in ein geeignetes Gefäß geben (Schnittflächen sollten nicht in die Flüssigkeit kommen). Das Obst putzen bzw. schälen und gleich große Stückchen schneiden. Etwa 1-2 Stunden ziehen lassen. Dann den Waldmeister entfernen - das Obst kann ruhig länger ziehen. Kalt stellen.
Vor dem Servieren mit gekühltem Sekt aufgießen und nach Belieben Zitronenlimonade zugeben - das spart einem meist das Nachsüßen durch Zucker.

Bärlauchbutter
250g zimmerwarme Butter
2 handvoll Bärlauch
abgeriebene Zitronenschale
Salz
Den Bärlauch fein hacken und mit etwas Salz gleichmäßig unter die Butter heben. Mit dem Zitronenabrieb und evt etwas weißem Pfeffer abschmecken.
Die Butter kann frisch verwendet oder zu kleinen Portionen gerollt auch eingefroren werden.

Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu
250g geputzter Rhabarber
50ml Apfelsaft
halbe Zimtstange
40g Honig
125g Mascarpone
65g Naturjoghurt
1 Pkg. Vanillezucker
250g Erdbeeren
1 Packung Biskotten
Rum (oder Fruchtsaft)
Minzeblättchen
Rhabarber in zirka 1 cm lange Stücke scheiden und mit der Zimtstange in Apfelsaft weich kochen. 25 g Honig unterrühren und auskühlen lassen. Mascarpone, Joghurt und Vanillezucker mit dem restlichen Honig verrühren. 200 g Erdbeeren grob würfelig schneiden und unter das Rhabarberkompott heben.
Die Biskotten in Rum (oder Fruchtsaft) tunken und den Boden einer kleinen Glasform damit auslegen. Darauf die Hälfte des Erdbeer- Rhabarber- Kompottes und darauf die Hälfte der Mascarponecreme verteilen. In dieser Reihenfolge eine weitere Schicht bilden und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden zugedeckt kalt stellen.
Vor dem Servieren die restlichen Erdbeeren fächerförmig aufschneiden. Das Dessert mit Erdbeeren und Minzeblättchen garnieren.

Copyright by Sandra Mauler (Sassa)

 
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