| Pharmakos - Biologisch abbaubar! |
Da
wir ja keine Gemeindemitglieder, egal ob Straftäter oder was
auch immer, zur Verfügung haben um diese zum Nutzen aller an
den Thargelia davon zu jagen, verwenden wir heutzutage einen symbolischen
Pharmakos in Gestalt einer Puppe, welche wir sozusagen in ausreichender
Ferne „aussetzen“. Da diese also in der Natur landet
und von dieser verarbeitet werden muss, ist es nur logisch, dass
wir sie als möglichst leicht verdauliche Kost anbieten. So habe
ich heuer zum ersten Mal einen Pharmakos geflochten.
Die Grundgestalt gab ein Kirschbaumast vor, welchen ich wenige Wochen zuvor vom Baumschnitt aufgehoben hatte. Eine Astgabel bildete in meinen Augen die Arme, welche ich zuerst „bekleidete“. Als Material wählte ich was gerade auf der Wiese wuchs: die langen Stängel vom Löwenzahn und einige andere Gräser. Für die Arme verwendete ich jeweils 6 Halme, die ich längs am Ast festband. Einen davon webte ich spiralförmig rund um den Ast herum in die übrigens Stängel ein, welche am Ende des Astes sozusagen die fünf Finger der Hand bildeten. Ein weiterer Halm folgte diesem, bis ich die Astgabelung erreichte. Denselben Vorgang wiederholte ich am anderen Arm. Aus einigen kleinen Ästen und getrockneten Palmkätzchenzweigen band ich dem Pharmakos eine Art Frisur. Für den Körper verwendete ich wieder verwebte Löwenzahnstängel, allerdings etwas mehr als am Arm, so etwa um die 16 Stk. Das offene Ende dieses „Gewebes“ band ich zum Schluss am Ast fest, um zu verhindern, dass es sich ungewollt wieder auflöste.
Da dieser Pharmakos bereits binnen kürzester Zeit seine Bestimmung wahrnimmt und zu welken oder verdorren beginnt, sollte jeder, der sich selbst ein solches Exemplar herstellen möchte, diesen möglichst zeitnahe machen, also am besten am Vorabend oder direkt am Morgen der Thargelien. |
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