Basteln und Spielen: Heim nach Ithaka!
für 2-6 Spieler ab 3 Jahren (Idee, Grafik und Umsetzung von Sandra Mauler, Copyright April 2008)

Man benötigt:
1 stabiler Karton DinA2
1 stabiler Karton DinA4
ca.80 weiße Klebepunkte (Ø = 15mm)
evt. selbstklebende Folie oder Klarlack
3 kleine Korken
6 Zahnstocher oder Holzspieße
buntes Papier oder versch. bunte Plastiktüten
Stifte, Farben (z.B. Plakafarben, Decormatt o.ä.)
Schere, Klebstoff
1 Spielwürfel
evt. Vorlagen: Spielplanteile 1+2+3+4, Kärtchen

Die Vorlagen für die Landkartenteile, sowie für die Ereignis- und Opfergabenkärtchen ausdrucken und am besten direkt von den Kindern mit Buntstiften oder Malkreiden ausmalen lassen (Abb.3+5+6). Es darf ruhig bunt und farbenfroh werden. Wer möchte, kann sich seine Karte natürlich ganz individuell selbst gestalten und z.B. eine alte Landkarte, Fotos oder Ähnliches dafür verwenden. Wichtig ist dabei nur, dass sich die Bilder der Ereigniskärtchen auf dem Spielplan wieder finden und dort auf ein bestimmtes Feld verweisen.
Die Klebepunkte in sechs verschiedenen Farben bemalen (Abb.1.). Eine Farbe davon z.B. Blau wird als „Poseidonfarbe“ ausgewählt. Diese Klebepunkte werden zusätzlich mit einem goldenen Dreizack bemalt. 10 davon kommen auf die Rückseite der Ereigniskärtchen und einer auf eine Würfelseite. Die Punkte in den restlichen fünf Farben bilden auf dem Spielplan die Fahrstrecke indem sie immer abwechselnd in derselben Farbabfolge aufgeklebt werden (Abb. 7+8). Außerdem kommt jeweils einer von ihnen auf die übrigen fünf Würfelseiten. Spielpläne und Kärtchen werden mit Sprühkleber auf Karton aufgezogen und evt. noch zum Schutz vor Abnutzung mit selbstklebender Folie oder Klarlack überzogen. Ich habe mich als Trägermaterial für Graupappe entschieden, da dieser 3 mm starke Karton sehr stabil ist. Im übrigens werden auch die meisten gängigen Brettspiele aus diesem Material gefertigt. Mit einem Teppichmesser lässt er sich auch ziemlich gut schneiden. Wenn man das Spielfeld später einmal halbiert zusammenlegen möchte, so sollte man den Karton bereits vor dem Aufziehen des Plans „ritzen“, d.h. über die ganze Länge des vorgesehenen Falzes bis tief hinein mit dem Messer einschneiden, dabei bleibt nur eine ganz dünne Schicht der Pappe als Verbindung stehen, damit die Hälften nicht auseinander fallen. Erst jetzt klebt man das Papier auf dem aufgelegten Karton auf, so dass alle Teile genau zueinander passen.
Für die Spielfiguren werden die Korken der Länge nach halbiert und jeweils in unterschiedlichen Farben bemalt (Abb.2), z.B. in den selben Farben, wie die Klebepunkte des Spielfeldes. Jede Figur erhält einen „Zahnstochermast“, an welchem ein buntes Papiersegel festgeklebt wird (Abb.4). Die Schiffchen stehen übrigens besser, wenn man den Korken zusätzlich unten abflacht. Wer sich diese Arbeit ersparen möchte kann auch einfach normale Spielfiguren verwenden. Im Bastelbedarf erhält man solche übrigens ebenso wie die Spielwürfel in Rohform aus unbemaltem Holz und kann sie selbst anmalen.
Wer möchte gestaltet auch noch eine schöne Schachtel für das Spiel, beschriftet diese auf dem Deckel mit dem Titel „Heim nach Ithaka!“ und auf der Innenseite mit den Spielregeln.


Spielanleitung

Vorgeschichte:
10 Jahre lang weilten die tapferen Krieger fern der Heimat und belagerten Illion. Doch nun ist der Sieg errungen und die Männer dürfen heimkehren zu ihren Familien. So auch die Flotte des Odysseus, welche sich zurück auf den Weg nach Ithaka begibt. Vor ihrer Abreise erhält Odysseus ein Orakel, das ihm mitteilt, dass die Götter ihre Heimkehr beschlossen haben. Dennoch sind ihnen nicht alle Götter wohl gesonnen. Athene selbst legt ihnen nahe, sich auf einige „Umstände“ vorzubereiten und rät ihnen ausreichend Opfergaben für die eine oder andere Gottheit bereit zu halten.
Kaum segeln sie los, geraten die Schiffe in ein Unwetter und werden voneinander getrennt wodurch jedes gezwungen ist, alleine den Weg zurück nach Ithaka zu finden. Auch wenn der Wind sie heimwärts bläst, hält Poseidon immer neue Ablenkungen und Verführungen bereit. Nur wer beharrlich bleibt und diese überwindet, kann zu seiner Familie zurückkehren.

Vorbereitung:
Aufbau des Spielplanes (aufklappen). Ereigniskarten werden verdeckt gemischt und zu einem Stapel aufgetürmt. Jeder Spieler wählt eine Spielfigur aus.

Der jüngste Spieler beginnt und dann wird gegen den Uhrzeigersinn reihum gewürfelt. Man zieht immer auf das nächstgelegene Spielfeld in der Farbe, die der Würfel anzeigt. Ist dieses Feld bereits durch einen Mitspieler besetzt, so bleibt man hinter diesem Spieler stehen. Wer das Zeichen des Poseidon würfelt muss ein Kärtchen vom Stapel ziehen und seine Spielfigur an die entsprechende Position setzen. Dies kann ihn nach vorne bringen, oder aber auch weit zurück werfen.
Gewonnen hat, wer sein Schiff als erstes sicher in den Hafen von Ithaka lenkt, wo er von seiner jubelnden Familie empfangen wird.

Spielvariante:
Am Beginn erhält jeder Spieler zusätzlich zwei Opfergaben-Kärtchen, die er im Laufe des Spieles dazu verwenden kann, um Poseidon zu besänftigen. Grundsätzlich funktioniert das Spiel auf dieselbe Weise wie bei der anderen Spielvariante. Wird allerdings ein mit X gekennzeichnetes Ereigniskärtchen gezogen, so muss der Spieler seine Spielfigur nicht nur an den angezeigten Ort versetzen, sondern auch noch in der nächsten Spielrunde aussetzen.
Dies kann man umgehen, indem man sogleich eine Opfergabe (runde Kärtchen) darbringt, den Gott dadurch besänftigt, und ohne Pause in der nächsten Runde vom neuen Standort aus weiter zieht. Wer gleich beide Opferkärtchen abgibt (auch bei normalen Ereigniskärtchen möglich), kann dadurch sogar die Änderung des Standortes verhindern und braucht nicht an die Stelle der dargestellten Szene zu ziehen, sofern dies für ihn einen großen Rückschlag darstellen sollte, sondern bleibt einfach auf seinem bisherigen stehen.
Aber Vorsicht im Laufe des Spiels können keine weiteren Opfergaben gezogen werden. Wer seine Gaben frühzeitig abgibt, ist später den Launen des Gottes schutzlos ausgeliefert.

Mythologischer Hintergrund
Über das reine Spielen hinaus kann „Heim nach Ithaka!“ auch dazu genutzt werden, unseren Kleinen den abenteuerlichen Stoff der homerischen Odyssee nahe zu bringen. Zu diesem Zweck habe ich bewusst bekannte Szenen aus diesem Mythos für die Ereigniskarten gewählt. So treffen die Spieler auf den Kyklopen Polyphem, die be- und verzaubernde Kirke, das Ungeheuer Skylla, einen stürmenden Boreas, die Nymphe Calypso und manch andere Situation, die auch unser Held Odysseus zu bestehen hat. Wer sich des Mythos nicht sicher genug ist um ihn nacherzählen zu können, der kann ja auf die umfangreiche Literatur zurückgreifen. Mit einer bloßen Übersetzung des Originaltextes (z.B. erhältlich bei Reclam) werden sich kleine Kinder freilich noch schwer tun, aber es gibt auch die eine oder andere kind- und jugendgerechte Fassung der Odyssee, welche ich bei Amazon zur Lieblingsliste „Odyssee für Kinder und Jugend“ zusammen gestellt habe.

Copyright by Sandra Mauler (Sassa)

 
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