| Fragen und Sorgen unserer Kinder |
Immer wieder kommen Kinder zu ihren Eltern um sich die Welt erklären zu lassen. Die meisten Themen lassen sich entweder aus der (naturwissenschaftlichen) Vorbildung der Eltern oder zumindest gemeinsam mit Hilfe von Sachbüchern für Kinder halbwegs verständlich klären. „Was sind eigentlich Farben?“, „Woher kommt unser Essen?“ und „Weshalb ist der Himmel morgens orange und tagsüber blau?“. |
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Wie reagiert man aber, wenn die Fragen in den schwierigeren Bereich des "Warum?" und zu existenzielle Themen vordringen? Meistens "erwischen" uns Kinder mit einfach klingenden, tatsächlich aber recht schwierigen Fragen, ziemlich unvorbereitet. Kinder fragen Dinge, die uns vielleicht gar nicht (mehr) einfallen würden, also was sollen wir, ohne lange zu grübeln auf solche Fragen antworten? Denn eines ist klar, Kinder "müssen" fragen und sie verdienen auch eine Antwort. Am besten wir überlegen uns bereits möglichst früh, wie wir mit Fragen oder Ängsten unserer Kinder einmal umgehen werden. Spätestens die "Warum?"-Phase unserer Kinder ist auch für uns selbst eine großartige Gelegenheit unsere eigenen Hand- |
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lungsweisen zu hinterfragen und uns bewusster mit bestimmten Thematiken auseinander zu setzen. Es
ist außerdem eine ausgezeichnete Gelegenheit uns selbst im
antiken Denken zu üben. Also seid stolz darauf, dass Kinder
fragen und fördert ihre Neugierde und ihren Wissensdurst.
Auch das gemeinsame erörtern "philosophischer" Thematiken
kann für Kind und Eltern eine wunderbare Übung sein um
in unserer schnelllebigen Zeit flexibel im Geist zu sein und stets
für neue Ideen offen zu bleiben. Warum nicht einmal mit dem
5-Jährigen überlegen, woran man erkennt, ob etwas lebendig
ist und ob es so etwas wie eine Seele gibt, und was das sein könnte.
Was ist Ewigkeit und was liegt hinter den Grenzen des Universums?
Was unterscheidet das normale Leben vom Traum und was wäre,
wenn unser ganzes Leben in Wirklichkeit nur ein Traum wäre?
Ich bin sicher, die meisten Kinder finden erstaunliche Ansätze über
solche Fragen nach zu denken. |
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Der Hellenismos hat zwar alles andere als den Anspruch auf jede Frage eine einzig-wahre Antwort zu bieten, jedoch können im Lichte des antiken Denkens auch heute noch Fragen und Themen auf moderne und offene Art für Kinder bearbeitet werden, ohne dass man klapprige Krückstöcke verwenden muss. Manchmal können uns die Mythen helfen, manchmal sind die Delphischen Leitsätze hilfreich, immer aber ist auch unsere eigene Vernunft und unser Einfühlungsvermögen unseren Kindern gegenüber gefragt. Nehmen wir einmal das Problem mit dem „Monster unter dem Bett“. So gut wie alle Eltern kennen das: wenn sie abends im Wohnzimmer sitzen oder gar selbst schon im Bett liegen, pflanzt sich plötzlich ihr Kind mit ängstlicher Miene vor ihnen |
auf
und erklärt, dass es nicht schlafen könne, da sich in seinem
Zimmer bzw. unter seinem Bett o.ä. ein Monster befinde. Zuerst
wird man dem Kind wohl anbieten, gemeinsam mit ihm nach zu sehen.
Manchmal kommt man so drauf, dass es der Umriss oder Schatten eines
völlig harmlosen Gegenstandes war, der im Halbdunkel zum gefährlichen
Monster mutierte und so läßt sich durch ein Nachtlicht
oder die gemeinsame, genaue Betrachtung des Gegenstandes die Furcht
schnell wieder los werden. Noch eines zum Schluss: wir sind Eltern und keine allwissenden Wesen. Scheut euch nicht, ab und zu auch euren Kindern gegenüber zuzugeben, dass ihr nicht auf jede Frage eine Antwort habt, ja dass auch die Götter nicht alles wissen können und manche Fragen daher ohne klare Antwort bleiben müssen. Ermutigt sie aber auch solche Fragen immer wieder zu stellen und auch selbst darüber nach zu denken. Denn es werden unsere Kinder und weitere Generationen sein, welche die Antworten zu Themen finden, die uns heute vielleicht unglaublich, ja sogar unmöglich erscheinen mögen. |
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