Weihrauchkerze für Hestia
! Warnung vorweg: Das Wachs wird sehr heiß und könnte sich selbst entzünden, daher sollten Kinder niemals alleine Kerzen gießen und auch Erwachsene nicht darauf vergessen, das Wachs beim Schmelzen stets im Auge zu behalten und nicht den Raum zu verlassen.

Man benötigt:

Wachsreste oder Kerzenwachs zum Gießen (im Bastelbedarf)
Duftöl „Weihrauch“ oder zerstoßene Weihrauchkörner
Docht (ebenfalls im Bastelbedarf)
Gussformen, Schaschlikspieße, etwas Knetmasse
Zwei alte, verschieden große Kochtöpfe,
die ineinander gestellt werden können
Kerzenstifte oder Blattwachs

Hestiakerze


Bevor man beginnt sollte man die Arbeitsfläche mit Zeitungspapier abdecken, Tücher und einen Schwamm bereit legen. Am besten man bereitet als erstes die Gussform vor, indem man den Docht einfädelt und die Form an seiner Austrittsstelle mit der Knetmasse abdichtet und den Docht mit einem Schaschlikspieß straff in der leeren Form nach oben spannt.

Nun füllt man die Wachstückchen (sollten keine Verunreinigungen beinhalten) in den kleineren Topf. Der größere dient als Wasserbad für den Schmelzvorgang. Das Wachs niemals auf höchster Stufe zum Schmelzen bringen, sondern lieber langsam und vorsichtig bei niedrigen Temperaturen. Sollte es einmal aus irgendwelchen Gründen zu brennen anfangen, sofort abdecken und die Flammen somit ersticken. Keinesfalls darf man Wachs mit Wasser zu löschen versuchen, da dieses explosionsartig verdampft und es zur Bildung riesiger Stichflammen kommen kann. Unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen ist das Schmelzen des Wachses aber kein Problem. Man kann nun Stücke von speziellen Färbestäbchen oder auch einfach von bunten Wachsmalkreiden mit schmelzen lassen und das Wachs damit färben. Für meine Hestiakerze bevorzuge ich aber weißes Wachs, oder färbe es höchstens Gelb ein. Sobald das Wachs geschmolzen ist und keine Stückchen mehr enthält, nimmt man den Topf aus dem Wasserbad. Nun kann man einige Tropfen des Aromaöls beziehungsweise den zerstoßenen Weihrauch unter das Wachs mischen.

Dieses wird noch heiß bis etwa einen Zentimeter unter den Rand in die Gussformen eingefüllt. Das Wachs sollte man gut auskühlen lassen, bevor man die Kerze aus der Form löst. Man kann auch Kerzen mit verschiedenen Farbschichten gießen, indem man immer eine Schicht einfüllt, etwas auskühlen lässt und dann die nächste darüber gießt. Schräge Schichten entstehen, wenn man die Gussform seitlich aus die Kante eines Buches o.ä. stellt (darauf achten, dass sie nicht ganz umfallen kann) und dann erst das Wachs eingießt. Vor der letzten Schicht sollte man die Form jedoch wieder aufrecht hinstellen, damit die Kerze zum Schluss einen geraden Boden hat.

Ich verziere meine Kerzen gerne noch mit speziellen Wachsfarben (als „Kerzen-Pen“ im Bastelbedarf erhältlich) oder Blattwachs. Wie wäre es mit aufgemalten Flammen für die Göttin Hestia oder einer goldenen, zwölfstrahligen Sonne z.B. für Heliou Genethlion? Tipp: Flammen sind in ihrem Kern am Hellsten, fast weiß und zeigen nach außen hin einen Farbverlauf in der jeweiligen Farbe (für uns gewohnt: meist ein Gelborange), was sich mit ein wenig Übung mit den Kerzenstiften direkt oder mit einem Pinsel auf die Kerze aufmalen lässt.
Man kann auch Schablonen anfertigen oder Keks-Ausstecher verwenden um Figuren aus Blattwachs zu schneiden, welche man nach dem Lösen von der Trägerfolie nur mehr an der Kerze fest anzudrücken braucht. Es gibt auch Knetwachs, welches sich angewärmt durch die Hände wie Knetmasse verformen und zum Beispiel zu Kugeln rollen lässt. Wie beim Blattwachs muss auch das Knetwachs nur an der Kerze angedrückt werden. Bei dem Verzieren der Kerze können sich auch schon die Jüngsten beteiligen.

Selbst gegossene und verzierte Kerzen sind nicht nur schöne Kultgegenstände, sondern eignen sich auch hervorragend als Geschenk. Dann verzichtet man aber vielleicht besser auf die Zugabe von Weihrauch oder wählt ein anderes Aromaöl, wie z.B. Rose, Lavendel oder Vanille. Wer sich das Kerzen gießen sparen möchte, kann natürlich auch einfach fertige Kerzen kaufen, diese mit ein paar Tropfen des Duftöls salben und dann verzieren.

Copyright by Sandra Mauler (Sassa)

 
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