| Willkommen, Baby! - Die Dekatêfeier |
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Wie bereits mehrfach erwähnt ist der Hellenismos
eine Religion der Gemeinschaft. Unter anderem fußt er damit auf
der Familie als Keimzelle aller übrigen Gemeinschaften. Die Dekatê gehört
zu jenen Feiern, die eben diese Strukturen bestätigen und als
Familienfeste zu betrachten sind. Diese Familienfeste sind nicht primär
als religiös zu betrachten, aber sie gründen auf jenem Gesellschaftsbild,
welches aus dem hellenistischen Glauben heraus entsteht. Es handelt
sich also weder um Sakramente, wie wir sie aus dem christlichen Glauben
kennen, noch um „Lebensabschnittsfeiern“ oder Initiationen,
wie sie in vielen heutigen, heidnischen Glaubensrichtungen so beliebt
sind.
Die Dekatê wie wir sie begehen, ist sozusagen eine Kombination aus zwei antiken Festen, die wir uns zum Vorbild genommen haben. Der Name (deka = gr. zehn) kommt vom ersten relevanten Anlass im Leben eines Neugeborenen. Sozusagen direkt nach dem Wochenbett wurde der Säugling an seinem 10. Lebenstag den Göttern präsentiert. Unter anderem gehörte zu diesem Fest, dass das Kind bei der Umrundung des Herdfeuers offiziell zum Mitglied des Haushaltes wurde. Im Alter von etwa 3 Jahren folgte eine Feier, bei welcher das Kind in der erweiterten Familie, ursprünglich der Stammesgemeinschaft, später der Phratria ("Bruderschaft", eine staatlich festgelegte Zusammenstellung von Menschen verschiedener Stände und Berufe) aufgenommen wurde. Aus Gründen der Einfachheit haben wir diese beiden Anlässe zusammen gezogen und feiern unsere Dekatê nicht am 10. Lebenstag, sondern an einem geeigneten Termin im ersten Lebensjahr des Kindes, zu dem nicht nur der engste Familienkreis, sondern auch Freunde und mehr oder weniger enge Bekannte – je nach Wunsch der Kernfamilie - eingeladen werden. Der neue Weltenbürger wird bei diesem Anlass also in die menschliche Gemeinschaft aufgenommen, welche dadurch auch Verantwortung für das Kind übernimmt, was durch den Paten bzw. die Patin stellvertretend ausgedrückt wird. Zusätzlich wird um den Schutz seitens eines oder mehrerer Kourotrophoi (Paten-Gottheiten) gebeten. Aber wie gesagt, es handelt sich nicht um ein religiöses Fest. Die Gemeinschaft und die Eltern ehren die Götter und danken ihnen, jedoch nicht mehr oder weniger als auch zu anderen Anlässen. Die religiöse Feier zu der nach der obligatorischen Reinigung unter anderem Hymnen, Danksagungen und Opfergaben an die Götter gehören, ist nur ein Bestandteil der Feierlichkeit. Mit
einem mehr oder weniger auf die Familie abgestimmten Text übernehmen
zuerst die Eltern und anschließend der oder die Paten ganz
offiziell die Verantwortung für das Kind und die Aufgabe dieses
mit all jenem zu versorgen, was dieses für ein erfolgreiches
Leben benötigt. Nach den Paten werden auch die anwesenden
Gäste gefragt, was sie dem Kind für seine Zukunft wünschen
und mitgeben möchten. Wie zu jedem anderen guten Fest, gehört natürlich auch zur Dekatê das gemeinsame Festmahl zu dem je nach Möglichkeiten die Eltern einladen oder alle Gäste ihren Teil beitragen. Egal ob in Form eines gemeinsamen Grillens, in einem Gasthaus oder im Haus der Familie, zeichnet sich dieses im Idealfall gleichermaßen durch eine festliche und auch lockere Stimmung aus. Es darf gefeiert werden! Hier
einige Impressionen von der Dekatêfeier unseres Sohnes Kilian
im Mai 2003: Da wir selbst im vergangenen Februar Nachwuchs bekommen haben, freuen wir uns bereits auf den 30. Juni, an dem wir die Dekatê unserer Tochter feiern. Die Einladungen dazu gehen in der kommenden Woche raus. Sollte jemand seine Einladung vermissen, so bitte ich darum sich via E-Mail bei mir zu melden. |
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