Spielidee: Opfer für Apollon
Religion muss nicht immer der pure Ernst sein, insbesondere nicht, wenn es sich um Kinder dreht. Vor einigen Jahren habe ich einmal im Internet den Entwurf eines Fangspieles für Kinder etwa im Volksschulalter gefunden, welches mir in dieser Hinsicht recht gut gefiel. Leider kenne ich die Quelle nicht, aber sollte mir jemand diese angeben können, würde ich mich über die Information natürlich sehr freuen. Ich gebe hier frei wieder, wie das Spiel in etwa abläuft, auch wenn ich selbst es bislang nicht erproben konnte.

Das Spiel ist für eine größere Gruppe - ab zirka 9 Kindern - z.B. im Rahmen eines Geburtstags geeignet und man benötigt in erster Linie ein entsprechendes Gelände (idealer weise mit einigen Bäumen), wo die Kinder sich gegenseitig fangen können.

Im Rahmen des Spielverlaufes haben die Beteiligten unterschiedliche Rollen welche Nymphen, Waldtiere und Jäger umfassen. Der Spielleiter selbst erscheint als Apollon und greift als solcher immer wieder in den Spielverlauf ein.
Um die einzelnen Rollen identifizieren zu können, benötigt man entsprechende Erkennungsmerkmale, die man entweder vorbereiten oder mit den Kindern gemeinsam anfertigen kann. Während Apollon z.B. einen Himation aus einem weißen Leintuch trägt, könnte man die Jäger mit grünen, die Waldtiere mit braunen und die Nymphen mit pastellfarbenen Tüchern als Halstücher oder zum Gürtel gebunden, markieren. Man kann aber wie gesagt auch kleine Erkennungsmerkmale mit den Kindern basteln. Die Jäger könnten Köcher aus Küchenrollen oder Jagdhörner aus Karton zum Umhängen basteln und bemalen. Den Waldtieren würden Papierkränze mit angeklebten Geweihen und Hörnern aus Karton oder wollene Zöpfe als Schwänze gut passen. Die Nymphen könnten an Blumenkränzen oder bunten Ketten aus Papier oder Holzperlen erkennbar sein. Außerdem benötigen die Nymphen Taschen oder Körbe in welchen sie weitere Kennzeichen für Waldtiere mit sich tragen können.

Vor Beginn des Spieles werden die Rollen verteilt, wobei mindestens die Hälfte aller Kinder als Waldtiere beginnen sollte, der überwiegende Rest als Jäger und ein oder zwei Kinder als Nymphen. Jedes Kind bekommt ein entsprechendes Merkmal und der Spielleiter teilt den einzelnen Gruppen gesondert ihre Aufgaben mit:
- Die Tiere erfahren, dass sie einst Jäger waren und von Nymphen, in Tiere verwandelt wurden, weil sie hier, im heiligen Hain der Göttin Artemis gejagt haben. Sie müssen sich vor den menschlichen Jägern in Acht nehmen, brauchen aber weder Apollon noch die Nymphen zu fürchten.
- Die Nymphen erfahren, dass sie der großen Göttin Artemis helfen ihren heiligen Hain zu verteidigen indem sie die Jäger durch ihre Berührung in Waldtiere verwandeln. Zu diesem Zweck führen sie auch Kennzeichen für Waldtiere mit sich, welche sie den gefangenen Jägern verpassen. Außerdem wird eine Stelle vereinbart an welchem ausreichend Nachschub an Tiermerkmalen aufbewahrt wird, damit ihnen diese nicht ausgehen.
- Von den Jägern verlangt der Spielleiter als Apollon, dass sie ihm als Zeichen ihrer Verehrung Tiere fangen und bringen. Er rät ihnen aber sich vor den Nymphen zu hüten, da diese sie selbst in Tiere verwandeln können.
Apollon wird die gefangenen Waldtiere später wieder als Tiere oder in Jäger zurück verwandelt (Zur Erinnerung: auch jene ersten Waldtiere waren ja ursprünglich Jäger) ins Spiel entlassen.

Während des Spieles können Nymphen zu Apollon kommen, freiwillig ihre Rolle aufgeben und sich in normale Sterbliche verwandeln lassen. Als solche erhalten sie von Apollon wieder den Auftrag zur Jagd und werden somit selbst zu Jägern. Als Gott steht es Apollon natürlich frei auch Jäger auf ihren Wunsch hin in Nymphen zu verwandeln. Selbstverständlich muss der Spielleiter das jeweilige Kind bei einer Verwandlung über dessen neue Aufgabe informieren.

Durch die regulierende Hand des Leiters ist dem Spiel kein vorbestimmtes Ende gesetzt, jedoch sollte dieser irgendwann, wenn er es für angebracht hält, das Ende herbeiführen indem er zuerst seine Jäger und dann alle anderen Kinder zu sich ruft. Er erklärt ihnen, dass er gerade die Sinnlosigkeit dieser Jagd erkannt hat. Ihm ist klar geworden, dass er die Menschen in den heiligen Hain seiner Schwester Artemis geschickt hat weshalb es zu diesen vielen Verwandlungen gekommen ist. Da er aber kein Interesse daran hat mit ihr zu streiten verzichtet er auf die gefangenen Opfertiere und zieht davon.

Copyright by Sandra Mauler (Sassa)

 
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