| Saatfest im Herbst: Die Thesmophorien | ||
Vom 11.-13. Pyanopsion begehen die meisten Hellenisten ein großes Festival zu Ehren der Demeter, die Thesmophorien. Hierbei handelt es sich um ein Saatfest, was für uns im Herbst auf den ersten Blick ein wenig befremdlich zu sein scheint, aber bei näherer Betrachtung der klimatischen Verhältnisse Griechenlands schnell erklärt ist. Die unfruchtbarste Zeit des Jahres bildet dort nämlich der heiße und sehr trockene Sommer, welcher um diese Jahreszeit von einer niederschlagreichen Periode abgelöst wird, an deren Beginn die Aussaat erfolgt. Vielfach
werden die Thesmophorien als Vorgäng-erkult der Eleusinischen
Mysterien betrachtet, obwohl diese durchaus parallel existierten. Der
Mythos, welcher den Thesmophorien nahe steht ist die Suche der Demeter
nach ihrer Tochter und ihre Trauer um sie, welche der Menschheit jegliche
Fruchtbarkeit und somit Existenzgrundlage entzieht, aber der Mythos
alleine ist mit Sicherheit nicht die Grundlage des Festes wie er auch
nicht einzig zur Begründung des selbigen entstanden sein wird. Eine zweite Theorie welche vor allem Nilsson vertritt ist jene, dass es sich bei den thesmoi ähnlich wie bei vergleichbaren Festnamen (z.B. Arrhetoporia, Phallophoria usw) und die namens gebenden Dinge und Kultgegenstände handelt, welche im Zuge der Festlichkeiten getragen bzw. niedergelegt werden. Vielfach wird statuiert, dass sogar beide Interpretationen auf das Fest zutreffen. Die Thesmophorien werden typischerweise als Frauenfest betrachtet, da es vor allem in Athen so |
gewesen
sein dürfte, dass Männer von den Feierlichkeiten ausgeschlossen
waren. Die genauen Rechte der Teilnahme (ob nun Mädchen vor ihrer
Reife und welcher Frauen welcher sozialen und gesellschaftlichen Schichten
zugelassen waren), ließ sich bislang nicht zweifelsfrei klären.
Das Fest dauerte drei Tage: Wie bereits erwähnt ist zum Inhalt und Ablauf der verschiedenen Fruchtbarkeitsriten kaum gesichertes Material vorhanden, weshalb die Angaben der Altertumswissenschaft auch sehr unterschiedlich ausfallen. Da es beinahe unmöglich ist Inhalt oder Ablauf der Rituale und Zeremonien zu rekonstruieren, werden sie als geheime Riten bezeichnet und aus diesem Grund möchte ich mich an dieser Stelle auch selbst nicht unbedingt in großen Mutmaßungen ergehen. Dieses Jahr lade ich übrigens schon ein wenig früher (am 23. September) alle interessierten Frauen zu einem gemütlichen Weiberabend am Lagerfeuer anlässlich der Thesmophorien ein. Es wird eher ein gemütliches Zusammensein und gegenseitiges Kennenlernen, denn eine große religiöse Zeremonie werden, aber wer weiß, vielleicht kommen die Teilnehmerinnen ja im nächsten Jahr zu unserer offenen Zeremonie anlässlich dieses Festtages. |
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