| Zu den Göttern beten | |
Der
direkte Weg mit den Göttern in
Kontakt zu treten ist das Gebet. Der Kerninhalt jedes Gebetes ist eine
Bitte an die angesprochene Gottheit. Der Gebetsaufbau folgt einem einfachen und nachvollziehbaren Schema: |
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| Folgendermaßen sehen also die sieben Bausteine eine Gebetes im Detail aus: | |
| 1. „Höre
mich“ (griech. klue mou) oder „Komm“ (griech. elthe
deuro), gefolgt vom Namen des angesprochenenen Gottes. Im Griechischen
ist darauf zu achten, dass hier der Vokativ verwendet wird. 2. Nennung einiger Beinamen, die vielleicht sogar schon auf die Richtung der Bitte hinweisen. Häufig wird noch eine Wendung wie „oder mit welchem Namen du auch immer gerufen werden möchtest“ hinzugefügt um ganz sicher zu gehen 3. eventuell Nennung des Geburtsortes des Gottes 4. eventuell. Nennung von bekannten Kultstätten 5. eventuell. Nennung von besonderen Taten nach der Mythologie 6. Hinweis auf die eigene Beziehung zur Gottheit, zum Beispiel indem man bisher gebrachte Opfergaben und Kulthandlungen erwähnt und auf erhörte Gebete und Zuwendungen des angerufenen Gottes eingeht 7. Nennung der eigentlichen Bitte zumeist mit angeschlossenem Schwur, wie man auf die erfüllte Bitte reagieren wird, also zum Beispiel verspricht man bestimmte Opferhandlungen, ein Fest auszurichten, eine Art Pilgerfahrt oder etwas anderes. Sollte man bereits im Vorhinein Opfer für diese Bitte dargebracht haben, so sollte man dies zu diesem Zeitpunkt erwähnen. |
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Das kann zum Beispiel so aussehen, wie bei diesem Gebet an Zeus: |
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| „Höre
mich, oh himmlischer Zeus, Gatte der Hera, Vater der Götter und Menschen, Beschützer der Fremden und Schutzflehenden, der du auf dem Olymp wohnst von dem aus du den Himmel und die Erde regierst. Deine stärksten Waffen sind die Blitze, mit denen du dereinst Kronos in den Tartaros verbanntest. Zuerst von den Griechen verehrt, kennt dich heute die gesamte Welt, unsterblicher Zeus. Gedenke deiner treuen Anhänger, die wir dir stets Opfergaben bringen und deine Feste feiern. Schütze uns und unsere Familien vor Unheil, wenn du dein Grollen erklingen lässt. Darum bringen wir dir heute diese Gaben.“ |
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Abschließend noch ein Wort zum Schwur. Dieser ist überaus ernst zu nehmen und man sollte nichts versprechen, was man nicht auch willens und in der Lage ist auszuführen. Ein Angebot weit unter Wert des Gewünschten ist allerdings auch eher eine Beleidung des Gottes als ein passendes Versprechen. Da darf man sich nicht wundern, wenn man höchstens göttliches Gelächter erntet. Daher sollte man sich lieber rechtzeitig Gedanken machen, was einem die Erfüllung eines Gebetes wert ist und was man dafür zu tun bereit ist. |
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