Hymne an alle Götter

 

Singt mit mir, ihr Musen, mit klarer Stimme,
von der Gemeinschaft der Unsterblichen,
von unseren erhabenen Göttinnen und Göttern,
denen Himmel, Erde und Meer untertan sind.

Beginnen will ich mit dem großen Zeus,
dem Herrn der Götter und der Menschen,
dessen Donner vom Gipfel des Olympos schallt,

und seiner königlichen Gemahlin, Hera,
Bewahrerin der Ehe und der liebenden Gemeinschaft.

Ihnen folgt die ägisführende Athene,
Beschützerin der befestigten Städte,
die weise Worte liebt und gutes Handwerk.

Ich singe nun vom Licht: Phoibos, Herr von Delphi,
von Weitem treffender Apollon, Herr der Musen,
Gott der Wahrheit und der Gerechtigkeit,
der Heilkunst und der prophetischen Inspiration.

Und von seiner Schwester, der lieblichen Jungfrau Artemis,
der ungebändigten Jägerin und Beschützerin der Mädchen.

Auch vom erderschütternden Poseidon will ich singen,
der die Pferde liebt und des Meeres Wellen.

Und von Demeter, der goldenhaarigen Herrin unserer Felder,
und ihrer zartfüßigen Tochter Persephone,
die nur die Hälfte des Jahres bei den Unsterblichen wohnt,
die andere jedoch bei ihrem dunklen Gemahl, Hades, im Reich der Wiederkehr.

Ich singe von Hephaistos, Schmied der Götter und der Helden,
der unter den Wellen lebt und nur selten den Olympos besucht.

Und von der Jungfrau Hestia, die das heilige Feuer hütet.
Alle Götter und Menschen ehren sie,
die Eintracht und Geborgenheit in die Häuser bringt.

Auch von Hermes, dem Wanderer, dem Boten des Zeus,
dem Wächter der Wegkreuzungen,
der die Seelen in des Hades dunkles Reich begleitet.

Von Ares singe ich, dem Herrn des Krieges,
der ungerechte Herrscher verachtet,
und von Aphrodite, der Schaumgeborenen,
der schönsten unter den Göttinnen, der Herrin der Liebe.

Sodann singe ich von den Göttern,
deren Heimat nicht der Olymp ist:

Von Dionysos, dem wilden Gott der Felder und Berge,
der uns den Wein schenkte und die berauschte Feier,
und von Pan, dem Hirten, der auf seiner Flöte
wilde Weisen spielt und die Nymphen erschreckt,
von Selene, der Weissen Herrin der Nacht,
und von Helios der den Tag erhellt,
von Gaia, der Erde, auf der wir wohnen, singe ich,
die das Wachstum der Pflanzen uns schenkt,
und von Ouranos, dem sternbedeckten Himmel,
der hinabreicht zu Gaia, die er liebt,
wie sie die Berge zu ihm emporreckt.

Nun singe ich von den Nymphen, deren Heimat
die Berge und schattigen Wälder,
die Quellen der Flüsse und die Bäume sind.

Ich singe auch von jenen, deren Väter Götter sind:
von Herakles, dem Sohn des Zeus,
mit dem Herzen des Löwen,
dem Beschützer der Unterdrückten.
Und von den Zwillingssöhnen des Zeus,
Castor, dem Pferdezähmer, und Polydeukes:
die Dioskuren, die den Seeleuten helfen.

Ich singe von Asklepios, dem Epidauren,
der die Schmerzen der Sterblichen hinwegnimmt
und ihnen Heilung bringt.

Und zum Abschluss singe ich über euch,
ihr Musen, die ihr mir geholfen habt:
ihr neun Jungfrauen vom Helikon,
die uns Musik, Gesang und Tanz
und schöne Worte schenken,
damit die Welt verzaubert werde und wunderschön.

Ich denke auch an die übrigen Götter,
die nicht vergessen werden sollen,
auch wenn von ihnen heute niemand singt.

Copyright by Ewald K Strohmar (Akesios)

 
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