Reisealtar

Als Minderheit können Hellenisten auf Reise kaum darauf zählen, dass ihnen Tempel oder Schreine zur Verfügung stehen um unterwegs Opfergaben dar zu bringen, daher habe ich mir einen handlichen Reisealtar zusammengestellt, in dem ich alles transportiere, was möglicherweise nützlich sein könnte.

Als Behältnis habe ich eine robuste, unbehandelte Holzschatulle gewählt, wie man sie in jedem Bastelgeschäft kaufen kann. Dies ermöglichte mir eine Gestaltung ganz nach meinem Geschmack. Neben ornamentalen Verzierungen, habe ich ein

draufsicht

Bildnis von Hermes mit seinem Reisehut auf die Oberseite gemalt (Abb.1). Wer handwerklich geschickter ist, könnte den Altar auch mit Schnitzereien verzieren. Gefüllt ist der Altar mit einer kompletten Miniaturausstattung (Abb.2):

Dazu gehört ein kleines Räuchergefäss, welches für Kohlenräucherung (Siebaufsatz), aber auch für Räucherstäbchen (kleine Keramikschale mit Loch) geeignet ist. Die Keramikschale kann auch als Unterlage für evt. Opfergaben dienen. Für Trankopfer beherbergt der Reisealtar ein bäuerliches Schnapsstamperl aus Zinn (leicht und robust). Zwei kleine bestückte Teelichthalter ersetzen die Altarkerzen. Natürlich gehören auch drei verkorkte Proberöhrchen zur Ausstattung, einmal gefüllt mit Weihrauch, einmal mit Gerstenkörnern und einmal unbefüllt um unterwegs etwas mit zu nehmen. Außerdem dürfen natürlich einige kurze Räucherstäbchen, zwei kleine Kohletabletten und diverse kleinere Opfergaben (Seidenbänder, Münzen, etc.), sowie Darstellungen der Götter nicht fehlen. Darüber hinaus enthält mein Reisealtar ein Feuerzeug, ein kleines Heftchen mit den wichtigsten Texten und Hymnen sowie Notizzettel und einen Bleistift.


Der gefüllte Reisealtar

Ein solcher Reisealtar ist ein regelrechter Tempel für unterwegs und alle Gelegenheiten. Für die üblichen, täglichen Andachten benötigt man freilich kein so umfangreiches Set, da genügt bereits ein Teelicht, Räucherkegel oder kleine Räucherstäbchen, handliche Götterdarstellungen und ein kleines Gefäß für das Trankopfer. In einer Umgebung, in der das Entzünden von Kerzen und Rauchen verboten ist (z.B. Krankenhaus, öffentliche Gebäude) tut es auch das Trankopfer und ein Götterbild (zur Fokussierung). Dagegen benötigt ein Hellenist, welcher eine größere Feier zu leiten beabsichtigt vermutlich eine umfangreichere Ausstattung im Koffer die z.B. ein Altartuch, ein Gefäß für die rituellen Reinigungswaschungen, evt. einen Tonträger mit Musikstücken oder Instrumente, besonders festliche Kleidung (nicht zu Verwechslung mit „Kostümierung“) und andere zusätzliche Gegenstände beinhaltet.

Es hängt also von jeder Person und Gelegenheit ab, ob und in welchem Ausmaß ein Reisealtar sinnvoll ist. Für mich persönlich hat sich die oben stehende Variante einfach bewährt.

Copyright by Sandra Mauler

 
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